Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Deutschland : Berlin, 27. März [Nachricht]
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 433 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1m cö 13 d, m rlls n )e ve >5/ 8lg ,״ ht >n te ge c־־ ld m er rd es eit ss^ ln t. n n te l- :r fei dahin ausgefallen, daß es hinsichtlich der Fsrnhchftung der jüdischen Rittergutsbesitzer von den Kreistagen bei dem bisher beobachteten Verfahren auch ferner sein Bewenden haben müsse. Der Minister versucht sodann dieses Verfahren durch eine weitläufige Jnterpredation zu rechtfertigen. — v. Bockum-Dolfs stellt einen besondern Antrag, die Petition des Rittergutsbesitzers Jakob Lob zu Aul der Regierung zur Abhülfe zu überweisen, und er beantragt gleichzeitig namentliche Abstimmung über diesen Antrag. — Marcard: Die Zeiten der abgeblaßten Mode des Juden-Liberalismus seien vorbei (Gelächter); er halte es für das Beste, wenn der Art. 12 ganz aus der Verfassung entfernt würde. (Lautes Lachen.) Wentzel: dem Vorredner, welcher die dreiste Stirn habe, solche Bemerkungen bei Gelegenheit dieser Petitionen zu machen, wolle er nicht antworten. Auf die Ausführungen des Ministers des Innern wolle er aber etwas entgegnen. Redner widerlegt hieraus, mit der ihm eigenthümlichen Schärfe, unter großer Aufmerksamkeit des Hauses, die Ausführungen des Ministers des Innern und der Commission. Aus einer frühem Aeußerung des Ministers des Innern, bei Gelegenheit der Verhandlungen über das sogenannte 6 Paragraphengesetz folge sogar das gerade Gegentheil Dessen, was der Minister des Innern jetzt wolle. Redner liest die betreffende Aeußerung aus dem stenographischen Berichte vor. Ueberhaupt sei Alles, was gegen die Petitionen, sowie überhaupt gegen eine ungeschmälerte Geltendmachung der betreffenden Bestimmungen der Verfassung gesagt und vorgebracht werde, gewaltsam herbeigezogen und in keiner Weise stichhaltig. Es handle sich hier um eine positive Bestimmung der Verfassung, und es sei nicht zu zweifeln, daß das Rechtsgefühl hier auf der linken Sette des Hauses zu suchen sei. (O! O! Rechts.) Ja, meine Herrn, es ist nicht zu begreifen, wie die Com- Mission einen in sich so widersprechenden Antrag hätte stellen können, wenn sie nicht von einer gewissen unwiderstehlichen Macht getrieben worden wäre. (Bravo!)— Berger, der ebenfalls einen Antrag auf Ueberweisung der Petitionen an dje Staatsregierung gestellt hat, bemerkt: ״Nach Dem, was wir soeben vom Minister des Innern gehört haben, ziehe ich meineu Antrag wieder zurück. Eine Ueberweisung der Petitionen würde ja doch nichts helfen können. Die Juden in Preußen müssen andere, bessere Zeiten abwartm, um zu ihrem Rechte zu gelangen." (Lärm rechts.) (F.J.) Berlin im April 1858. Die Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen beging vor Kurzem ihr Stiftungsfest durch eine Generalversammlung und ein darauf folgendes Festmahl. Die Voraussicht, daß die volle Lebensfrische und die innere Lebensfähigkeit dieser Gesellschaft und ihrer humanen Wirksamkeit einen immer tieferen und festeren Boden gewinnen w^rpe hat sich bereits in dem abgelaufenen Jahre auf das erfreulichste bewährt. Der Vorsitzende der Gesellschaft Herr Louis Liebermann, entwickelte in seinem Jahresbericht ein lebhaft erfreuliches Bild von dem immer mehr