Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Aus Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 429 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Eorrespvndtnz. 429 einen großen Thcil der Versammlung zur Andachtlosigkeit und Plandereten an heiliger Stätte verleitete; der Synagogen-Verein habe gleich Medicamente verordnet und zwar mit dem besten Erfolge; die Versammlung bete in stiller Andacht, die durch solche einfache Melobten verherrlicht werde, daß jeder neu Hinzutretende gar bald mit einstimmen könne. Wir freuen uns sehr, unfern» alten ehrenwcrthen Freund Mendelsohn auf diesem Wege zu begegnen und drücken ihm als gleichgesinnten Freund der Ordnung und des Anstandes, herzlichst die Hand. Unsere Ansicht über den genannten Verein sinken wir jedoch weder widerlegt, noch befinden wir uns in der Lage, dieselbe zurückzunehmen. Wir haben unS allerdings nicht bemüht unscrn kranken Synagogenverhältnissen Rezepte zu verschreiben, wenn aber in der That, nach Herrn Mendelsohn, der Verein Ordnung und Ruhe h erstellt, so sind ja das nicht ״Medicamente" sondern vielmehr Heilung selber. Wir glauben aber trotzdem diese Abtrennung von der großen Sy- »agoge noch jetzt als etwas nicht zu Wünschendes bezeichnen zu müssen und sind noch jetzt der Ansicht, daß wenn alle hier im Verrin thätigen Kräfte sich in der Synagoge das Wort gegeben und dasselbe gelöst hätten, auf Ordnung und Anstand zu sehen, cs ihnen gelungen wäre, ihren Zweck zu erreichen und zwar in je größerem Maaße, je größer der Anklang ist, den der Verein finden soll. Aber so treten die diesem Vereine Angehörigen, gewissermaßen in Gegensatz zu der Gemeinde und dem Oberrabbtner. und das können wir nur beklagen, um so mehr, als wir gerade an kleinen Oppositionen und kleinlichen Häckereien keinen großen Mangel haben und diese neue Zersplitterung deren Zahl nicht gerade vermindern dürfte. Aber vor Allem hat noch kein Chor, wie alle Erfahrungen lehren, das Amt eines Ordners mit Erfolg erfüllt; daß vielleicht in dem Synagogenvereine größere Ruhe und Ordnung herrscht, rechtfertigt doch dessen Bestehen nicht. Ze mehr Glieder sich ihm anschließen und je mehr frühere heftige Gegner desselben, auch Herr Mendelssohn, darunter sich befinden, um so mehr stellt es sich heraus, daß er überflüssig ist, da es doch dann in unserer Gemeinde