Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1858)
- Article
- Ijar
- Date
- 1858-05-01
- Page
- 392 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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392 Zj«. Feuer und Schwert verfolgt. Von einer Gegenwart umnachtet, in welcher der Genius der Menschheit und der Menschlichkeit verzweiflungsvoll sein Haupt verhüllte, sahen sic doch ״den Weg Gottes auf Erden und unter allen Völkern sein Heil", Während durch ihre Gaffen Lästerungen des Jndengottes brüllten, schlugen sie beseligt zu ihm ihr Auge auf und sonnten sich an den ״Huldigungen, die nach Jahrhunderten einst alle Völker ihm bringen". Und während sie überall die Völker von einem Geiste des Wahns, der Rohheit, der Blut- und der Habgier beherrscht erblickten, unter dessen Regiment ste die Völker selbst geknechtet entarten, und sich überall als das erste Opfer bluten sahen, fanden sie Trost in dem Bewußtsein, daß dieser Wahn doch einmal verstiegen und mitten durch Blut- und Habgier, durch Gewalt und Rechtlosigkeit sich das Bessere, Menschltchere, Göttliche, in der Brust des Menschen hindurcharbeiten und endlich die Wahrheit der jüdischen Gottes-Erkenntniß und der jüdischen Gottes-Gesetz-Verehrung als das einzige Palladium ergreifen lernen werde, unter dessen Herrschaft die arme, unter ihren eigenen Jrrthümern seufzende Menschheit endlich das Heil und den Frieden finden wird, den!sie sich vergebens auf anderm Wege zu erbeuten trachtet. ״Gott zujauchzen" sahen sie Fürsten und Völker und unter ״Seiner Leitung" endlich des Glücks, des Heils und des Friedens freudig theilhaftig werden, die nur unter dem heiter beglückenden Ernst einer Gottes-Gesetz verehrenden Pflichtgesinnung blühen. Und wenn sie nun aus ihrem Grabe auferstünden, alle die der fanatischen Roheit und Gewalt erlegenen Väter, die ״heiligen Gemeinden alle, die Gott heiligend starben," und in dem Hinausblicke auf eine dem spätem Israel und der späteren Menschheit verheißenen bessern, glücklicher» Zeit heiter getröstet der Barbarei und dem Fanatismus ihrer Zeit schweigend den Nacken boten, wenn sie jetzt, nachdem wieder dretviertel eines Jahrtausends in Entwickelung der Völker dahingegangen, wenn ste in unserer Zeit wieder erstünden, wenn sie sähen, wie vieles bereits von jenem Wahn verflogen, wie viel von jener Barbarei geschwunden, wie doch bereits, eine viel menschlichere Gesittung, eine viel erleuchtetere Bildung, eine viel größere Achtung des Rechts und der Wahrheit, der Menschenwürde und Freiheit sich in die Gcmüther des Menschen eingebürgert, welche