Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 7 (April 1858)
- Article
- Rußland : Petersburg [Nachricht]
- Date
- 1858-04-01
- Page
- 401 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932849-2932857--03558-2942260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 2× ep/1000826
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
401 Uneigennützigkeit und Aufopferung, mit denen sie beim letzten Kriege ihre Privatpraxis verließen und in den Kriegshospitälern erschienen, Uw die Stelle von Ordinatoren bei höchst ansteckenden Fiebern zu versehen. Odessa. Der rühmlichst bekannte Arzt Dr. AbrahamsoN ist zum Medizinal- und Hofrath erhoben worden. Die jüdische Bevölkerung dieser Stadt zählt 17,000 Seelen mit einer schwebenden Bevölkerung von 6000. Sie unterhalten drei öffentliche und sieben und zwanzig Privat schulen,'welche von 1,908 Schülern besucht werden. -Riga, Prlvatnachrichten zufolge haben die Juden dieser ,'Stadt nach einem ernsten Kampf von mehr als 20 Jahren endlich ihren Prt> eeß gegen die städttschen Autoritäten gewonnen, die auf alle mLgliche Weise die definitive bürgerliche Ansäßigmachung der Juden dort zu hintertreiben suchten. Der russische Senat, der oberste Appellationshof, bat die Sache zu Gunsten der Juden entschieden. Die Juden sind nun als Bürger eingeschrieben, genießen fortan alle Rechte und Privilelegien, haben viele Fabriken, Handels- und Bankier-Häuser errichtet und nehmen vollen Autheil an den: außerordentlich starken Ausfuhr-Handel der in Riga dem Exportgeschäft Hamburgs, Havre und andrer europäischer Hafenstädte nicht nachsteht. Holland. Amsterdam. Bei der jüngst stattgehabten Jahresseier der Bertheidigung der Citadelle in Antwerpen im Jahre 1832, wurden die in Amsterdam anwesenden jüdischen Soldaten, welche auch zu der Besatzung gehörten, ebenfalls zu dem Gastmal geladen. Für sie war eine besondere Tafel gedeckt und alle dort aufgetragenen Gerichte waren dem jüdi-; scheu Religionsgesetzen gemäß bereitet. Die Aermeren unter ihnen wurden mit einer Kleidung beschenkt, damit sie anständig bei dem Festmahle! erscheinen konnten. Die deutschjüdische Gemeinde zu Amsterdam reicht in das Jahr 1636, die.׳ Erwerbung Des ältesten Begräbnißortes zu Mmderbug 1639. Die noch ältere sephardische Synagoge soll ein 2,000,000 (?) Gulden übersteigendes jährliches Einkommen habe. Obgleich politisch ganz gleichgestellt herrscht doch im socialen Leben noch manches Vorurtheil gegen die Juden. Von manchen Gesellschaften, z. B. der Felix Meriles, sind sie ausgeschlossen. Es gibt jüdische Magistratspersonen, Richter hochstehende Beamte, selbst im Ministerium und Mitglieder der Legislatur.;; Von den 6 Polizeicowmisären zu Amsterdam sind zwei Juden, die in hoher Achtung stehen sollen. Aus Rücksicht für die jüdischen Religigesetze hatten die Gerichte zu Amsterdam am Sabbath keine Sitzung und es sind Fälle vorgekommen, in welchen Kläger,- Verklagte, Richter, Rath, und Advokaten alle Juden waren. (I. C.) JLalieN. Piemont. Der Stadtrath von Vercelli hat bei Gelegenheit eine Veränderung der Straßen-Namen Veranlassung genommen das Andenken eines wohlthätigen längstverstorbenen Juden dadurch zu ehren, daß der 24