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Jeschurun · 1858-04-01 · Heft 7 (April 1858) · p. 391

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 7 (April 1858)
Article
Aus Hamburg
Date
1858-04-01
Page
391 (sequence 2)
Language
German
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au« Hamburg, 391 tobten verherrlicht wirb, daß jeder neu Hinzutretenbe gar bald mit einstimmen kann. Somit fällt alle frühere Unordnung und Ptaudereten von selbst weg, denn der Betende bleibt in beständiger Beschäftigung. Ferner hat nun der Verein, trotz der Warnung des A's. einen eigenen Vorbeter angestellt, der allem entspricht, was dem heiligen Dienst die Wethe gtebt. Wenn endlich Herr A. glaubt, ״daß dieser Privat-Gottesdienst in dem Privatlokale" — wie er es zu bezeichnen beliebt — nur seine Anziehungskraft bewähren werde so lange als der Reiz der Neuheit zu verlocken vermag, so wäre dies sehr richtig, wenn bas Alte irgend einen Reiz darbiete, daß dies nun nicht der Fall ist, und daß überhaupt hier nicht der Reiz der Neuheit, sondern bas wahre religiöse Gefühl für einen geregelten Gottesdienst den Verein gebildet, das sagt uns der Andrang der täglich hinzukommenden neuen Besucher, worunter frühere heftige Gegner, und, vielleicht, der Anonymus selbst ist. Auch daß leider noch immer sehr viele wahrhaft Religiösen, jeden Sonnabend — denn nur an diesem Tag giebt der liebe Gott Sprechstunde— den sogenannten Gottesdienst des Tempels besuchen, bas beweist den bleibenden Eindruck den der geregelte Gesang, und die schöne Predigt, auch bei denen zurückläßt, die in aller andern Hinsicht dem Tempel gänzlich fern stehen. Sind wir erst so glücklich , beides, geordneten Gesang und eine geistreiche Predigt, in der jetzt im Bau begriffnen neuen Synagoge zu besitzen, dann werden sich die Pforten des, im letzten Schlummer liegenden Tempels, von selbst schließen und wir hätten ihm das Bessere zu verdanken, so wie mancher schädlichen Pflanze die Gesundheit. Dies wirb auch der Fall sein bei sehr vielen Verbesserungen, die wir den unberufenen Reformstürmern zu verdanken haben. Diese sind nicht erfüllt von dem göttlichen Feuer, das reinigt, wärmt und schafft, sondern von jenem das Zerstörung droht, daher aber ihr Wirken sich nur auf den Augenblick beschränkt, wo es das Auge der Schwachen blendet, während der Thatkreis der wahren Derbesserer, im Gefühl der Verwandtschaft mit dem Besseren im Volke sich täglich erweitert und befestigt. Za, es ist ein herzerhebendcr Anblick, wie Alles hier im Verein übereinstimmend den heiligen Zweck fördert. Auch die Damen, die schon in einer Zahreureihe nicht vor Gott erschiene», eilen nun

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