Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1858)
- Article
- Frankreich : Paris, Dezember 1857 [Nachricht]
- Date
- 1858-01-01
- Page
- 215 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Lebens deS Verblichenen tief ergriffen. Herr S. Alkan, sei. Andenkens, sagte einmal: ganz Paris werde durch die Tugenden Samuel Schusters getragen. Er ist jetzt hingegangen, den Lohn seiner Wohlthaten zu empfangen. Eine Subseripttion, an welcher sich auch die Aermsten betheiligt, hat eine Summe aufgebracht, die hinreichte, für den Verstorbenen eine bleibende Grabstätte zu erwerben und seine letzten bescheidenen Wünsche zu erfüllen. Die Gesellschaft zur Verbreitung religiöser und moralischer Bücher hat den Druck eines hebräisch-französischen Lexikons begonnen, dessen Herausgabe sie beabsichtigt. (Möchte dieser, oder ein ähnlicher Verein doch bald einmal die Herausgabe eines billigen, korrekten ח׳נ׳ך, unternehmen, damit die Unbemittelten nicht genöthigt sind, zu den von Missionsgesellschaften besorgten Ausgaben ihre Zuflucht zu nehmen. D. R.) In der Rue Vivlet ist auf Kosten der türkischen Regierung eine Unterrichtsanstalt eröffnet worden. Jünglinge jeden Standes und ohne Unterschied der Confession werden ausgenommen, vorausgesetzt, daß sie türkische Unterthanen sind. Die Regierung trägt sämmtliche Kosten. Bei Gelegenheit der zu Paris und Lyon sich vorbereitenden Conststorial-Wahlen bemerkt der Univ. Jsr.: Es sollte endlich einmal begriffen werden, daß man zu solchen Funktionen nicht sociale Stellungen, eiserne Geldkisten, Staatsanstellungen oder Ehrenlegionsbänder, sondern Juden berufen müsse, Männer, die durch ihre sichtliche und offene Anhänglichkeit an den Glauben unserer Väter den Jntereffen unsers Kultus höhere Garantien bieten und einen Ehrenplatz in der Synagoge verdienen. Möge man sich doch endlich von der Behauptung lossagen, als bedürften wir vor Allem einflußreicher, mächtiger Männer, um uns bei der höchsten Autorität zu vertreten und uns vorkommenden Falles zn schützen. Eine solche Behauptung wäre eine Versündigung gegen unser großherziges Vaterland und seine Regierung, die uns wie legitime Kinder der großen Familie behandelt, und unserm Kultus einen Schutz und eine Unterstützung gewährt, wie derselbe vielleicht seit David und Salomon nicht gehabt hat. Die Regierung selbst will, daß die jüdischen Consistorien sich gewissenhaft und treu mit den heiligen Pflichten beschäftigen sollen, die sie ihnen in der Synagoge Frankreichs übertragen hat. Die Regierung will die Zustände und Bedürfniffe des Judenthums, nicht aber die Geschichte und das Vermögen dieser oder jener Person kennen lernen. Männer nun, die eine öffentliche Verachtung für unfern Kultus zur Schau tragen, mit welchem Rechte könnten sie an die Spitze desselben gesetzt werden? Männer, die außerhalb des Judenthums und seiner Gesetze, seiner Gebräuche und Traditionen leben, wie können sie dem Judenthume nützliche Dienste erweisen und seine Organe vor Gott und Menschen werden? . Straß bürg. Der Kaiser hat unfern allgemein hochgeachteten