Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1857)
- Article
- Moses Mendelssohn's Verhältniß zum herzogl. Braunschweig'schen Hofe
- Date
- 1857-12-01
- Page
- 136 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Moses Mendelssohns Verhältniß;um herzvgl. Brannschw. Hose. nichts in der Welt",'antwortete er Ebert am 7. November 1769, ף ״wodurch sich der Prinz meiner ganzen Ergebenheit und Verehrum ״mehr hätte versichern können, als dadurch, daß er Bekanntschaft ״mit meinem ältesten und besten Freunde in Berlin machen wollen ״daß sie einander gefallen würden, war kein Zweifel, und war ״wollte ich nicht drum geben, wenn es möglich wäre, daß ihn ba ״Prinz aus jenem Orte ziehen könnte, wo ich weiß, daß er ganz ״gegen seine Neigung ist". Obwohl Mendelssohn das Leben \w Berlin durchaus nicht behagen mochte, so war er doch zu sehr an diesen Ort gefesselt, als daß er ihn hätte verlassen können uni er kam dem Wunsche des Erbprinzen, nach Braunschweig überzusiedeln, ebenso wenig nach, wie dem ihm schon früher vom Fürsten Schaumburg Lippe gewordenen Antrag, 9) Bückeburg zu seinen! Aufenthaltsorte zu wählen, weil — dieses mag wohl der Hauptgrund gewesen sein — er nicht in otio literario leben, nicht von seinem Wissen zehren wollte. Wiewohl Mendelssohn in Berlin verblieb, so war denuoch die'Bekanntschaft mit dem Erbprinzen keine vorübergehende, die sich eben so schnell löste, wie sie angeknüpst worden, sie übte vielmehr — wir können es mit Bestimmtheit aussprechen, — auf alle Mitglieder des herzoglichen Hauses und dadurch auch ans die späteren politischen Verhältnisse der Inden dieses Landes viele!! Einfluß. Bald nach dem Erscheinen der neuen Ausgabe des Phädmr übersandte Mendelssohn dem Erbprinzen ein Eremplar und eröffnet zugleich die mündlich versprochene Correspondeuz. Verabredete!׳ Maßen sollte dieselbe sich um den Phädon drehen; das vorgestecktk Thema wurde aber, ehe noch der Briefwechsel darüber begonnen, durch ein andres, weit wichtigeres verdrängt; statt den! Prinzen über ihm etwa gemachte Eiuwürfe gegen den Phädon-Aufschlnß zu geben, mußte er sich jetzt über einen Punkt auslaffen, den er selbst in den vertrautesten Gesprächen nicht gerne berührte, über die Religion. Je mehr Mendelsohr?s philosophische Schriften bewundert, desto mehr wurde seine ächte Religiosität, sein streuges Festhalten an den Satzungen des Judenthums in Frage! b) Lesstng's sämmttiche Schriften XII, 236. d) Moses Mendelssohn's ges. Schrift. V, 445.