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Jeschurun · 1857-11-01 · Heft 2 (November 1857) · p. 162

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 2 (November 1857)
Article
Rußland : Petersburg [Nachricht]
Date
1857-11-01
Page
162 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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162 aus 3 tm Amte stehenden Rabbinern zusamengesetztes Collegium zu berufen, auf dessen Richterspruch der schuldige Rabbiner seines Amtes entsetzt werden kann. Jedoch mischt sich die Negierung ohne direkten Antrag der Gemeinden in derartige Angelegenheit nicht. — Aussehen machte neulich ein kaiserl. Ukas, worin dem hiesigen Juden Noscugoll die Ehrenbürgerrechte verliehen werden, demselben, welcher für die Aufdeckung früherer Mißbräuche unter ehemaligen Verwaltung zwölfjähriges Gefängniß erduldet hatte, und erst bei Gelegenheit der allgemeinen Krönungsamnestie aus dem unverdienten Onbliette,entlassen wurde. Die Urheber der von ihm nachgewrefen Mißbräuche, theilweise nicht mehr am Leben, sind freilich für jetzt noch straflos davon gekommen, weil sonst gar zu viel Schmutz hätte aufgewült werden müssen; eine eklatante Entschädigung hat jedoch die Gerechtigkeit des Kaisers jetzt dem schuldlos Verfolgten zu Theil werden lassen. (Schles. Ztg.) DonaAfNestenLhümer^ Jassy, 16. Oktober. Der 4. Oft., der Festtag, an welchem hier der Divan eröffnet wurde , war dazu ausersehen, um durch eine Reihe von Brutalitäten den Juden ihre hiesige Existenz zu verleiden. Bei helllichtem Tage, unter den Augen der bewaffneten Miliz und gewisser hoher Autoritäten und selbst auf dem Platze vor der Kirche, wo eben das feierliche Hochamt gehalten wurde, fiel der aufgestachelte Pöbel über die anwesenden Juden her, mißhandelte, marterte und beraubte dieselben, und da endlich die Nacht hereinbrach, ohne daß diesem Unwesen von irgend einer Seite gesteuert wurde, fielen ganze Schwärme von Gcsindc-l in die von Juden bewohnten Häuser ein und setzten daselbst ihre Miß- Handlungen fort. Die Stadt war an diesem Abend festlich illuminirt und zahlreich berittene Mannschaften sollten die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten. Aber wie war von diesen irgend ein Einschreiten zu erwarten, da ihre Vorgesetzten selbst stumme und, wie es sich herausstellte, sogar nicht gleichgültige Zuschauer des' Spectakels blieben. Denn als sich am folgenden Tage die Beschädigten und die Repräsentanten der israelitischen Gemeinde, zu dem damaligen Aga, Polizeichef Stonrdza, begaben, um über das Geschehene Beschwerde gu erheben, erhielten sie die mündliche Antwort: ״Was Ihr da vorbringt, ist wir nichts Neues, indem ich selbst Augenzeuge des Geschehenen war. Mein Rath geht indeß dahin, daß die Juden sogleich dieses Land verlassen, sonst werden sie binnen drei Tagen viel Schlimmeres zu erfahren haben." Glücklicherweise war dieß nur ein provisorischer Bescheid. Den vereinten Bemü- Hungen der Repräsentanten der auswärtigen Mächte ist es gelungen, den Gewaltthätigkeiten Einhalt zu thnn, und auch die angedrohten . Schritte des Aga zu vereiteln. _ (Ostd. P,.)_ Für den Shnagogenbnn in Bindsachsen sind ferner bei uns eingegangen: von der Gemeinde Hainstadt durch Hrn. F. Oppenheimer 3 fl. 30 kr. Für die Armen in Palästina von Hrn. S. Sch.... 1 fl. 6 kr. Druck von Nernhold Batst. — Redakteur r Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main.

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