Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 4 (1857-1858)
- Issue
- Heft 2 (November 1857)
- Article
- Dänemark : Kopenhagen [Nachricht]
- Date
- 1857-11-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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161 darunter 931 männlichen, 1115 weiblichen Geschlechts) und die Baptiften (1726). Dazu kommt noch ein im nördlichen Jütland auf^dem Lande lebender Quäker und ein iw Schleswigschen ebenfalls auf dem Lande wohnender Buddhist. 20 Personen (wovon 19 im Königreiche) sind ohne bestimmtes Glaubensbekenntniß. (Nat.-Z.) Rußland. Ein Beispiel mittelalterlichen Fanatismus wurde, wie der ״Pos. Ztg." zuverlässig mitgetheilt wird, am 28. Sept. (dem jüdischen!Versöhnungsfeste) in Turek, einer ziemlich bedeutenden Fabrikstadl hinter Kalisch, im Königreiche Polen, gegeben. Viele der dort aus Deutschstand eingewanderten Fabrikbesitzer wollten die Synagogen - Gemeinde an!der Renovation ihres an einer öffentlichen Straße belegenen Gotteshaustes gewaltsam hindern, was ihnen indest nicht gelang; denn kurz vor idem Bersöhnuugsfeste war durch Unterstützung der Baukommission der!Bau bereits vollendet. Dafür sollten die (zugleich als Unterstützer des!Schwuggelhandels verhaßten) armen Juden am Versöhnungstage büßen!und ihr Gotteshaus demolirt werden. Glücklicherweise erhielt der Orts- Bürgermeister von diesem ruchlosen Vorhaben noch zeitig genug Kunde '׳und setzte die im Tempel versammelten, vom Fasten halb verschmachtejten Juden davon in Kenntniß. Gegen 2 Uhr Nachmittags wollten die -um ihr Leben Besorgten das Gotteshaus eben verlassen, als ein Trupp!der fanatischen Gegner ihnen den Ausgong versperrte. Sie waren alle j mit Aexten und Knitteln bewaffnet und die angegriffenen Juden merktten alsbald, daß es auf mehr als Demolirung der Synagoge abgesehen war, und vertheidigten sich muthig. Der Vorsteher eilte sofort nach Kalisch und erbat sich Schutz und Hülfe, und den von Kalisch nach dem Orte des Aufruhrs gesandten Kosaken gelang es auch alsbald, die Ruhe wieder herzustellen und viele Aufrührer zu verhaften. Die eingeleitete Untrsuchung wird auch bald die übrigen Schuldigen entdecken und bestrafen. Petersburg, 30. Okt. Correspondenzartikel aus Rußland zählen die vielen Begünstigungen auf, die den Juden unter der jetzigen Regierung bereits zu Theil geworden sind. Nach einem Bericht aus .Elisabetgrad scheinen die Schranken bereits gefallen zu sein, die diese ji Nation in politischer Beziehung von den Staatsangehörigen fern hielten. I Am dießmaligen Krönungstage des Kaisers haben sämmtliche Militär- und Civilbeamten an dem von den Juden des genannten Orts veranstalteten Festmahl gemeinschaftlich Theil genommen. Für die Juden selbst war dieser Tag ein wahrer Festtag; kein Laden war geöffnet, wie an den hohen Festtagen, und die Arrangements dieses Tages sollen dort allein über 3000 Rubel gekostet haben. Aber auch die Religion soll aufs Strengste beobachtet werden. Noch einer Verfügung des Senats vom 24. Juli d. I. find die Gubernialgerichte angewiesen, wenn ein Rabbiner sich irgend eine Verletzung der mosaischen Gesetze zu Schulden kommen läßt, auf Antrag der betreffenden Gemeinde, ein wenigstens