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Jeschurun · 1857-11-01 · Heft 2 (November 1857) · p. 106

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Journal
Jeschurun
Volume
4 (1857-1858)
Issue
Heft 2 (November 1857)
Article
[Nachricht]
Date
1857-11-01
Page
106 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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106 A «zeige n. (Eingesandt.) Berlin, im August 1857. Vor einem Monat erschien im Verlag von Veit und Comp. -- Kalender und Jahrbuch auf Jahr 5618 für die jüd. Gew. Preuß., herausgegeben von PH. Wertheim, Sekretair derjüdischen Gemeinde zu Berlin. Genannter Kalender enthält eine Erzählung — Fögele der Maggid, welche nach der Ueberzeugung eines jeden Unbefangenen das Judenthum in seinen Ceremouien in der größtmöglichsten Weise lächerlich macht — dieserhalb aber auch aller sittlichen Momente entbehrt, und statt in geistreich-wissenschaftlicher Weise einen Kamps zu beginnen, durch diese Art sich mit dem Stempel geistiger Armuth kennzeichnet. Daß ein derartiges Lächerlichmachen jüdischer Ceremonien in einem jüdifchen Volkskalender, der auf seinem Titelblatt die Bemerkung enthält — herausgegeben vom Secretair der jüdischen Gemeinde (also einem Gemeindebeamten) ungehörig und in befangenen, ohnedieß durch den Inhalt erwähnter Erzählung indignirten Gcmüthern leicht den Gedanken erstehen lassen dürfte, diese Kalender-Ausgabe wäre unter den Anspielen des hiesigen Gemeinde-Vorstandes erfolgt - erscheint durchaus nur gerechtfertigt. — Es dürfte gewiß wünschenswert^ sein, wenn das jüdische Publikum sich die Ueberzeugung zu eigen machen könnte, daß die Ausgabe genannten Kalenders ein Privat-Untenehmm des Herrn Wertheim, ebenso wünschenswerth aber, daß genannter Herr die nothwendige Vorsicht in seiner Eigenschaft als Beamter einer jüdischen Gemeinde, deren größter Theil der orthodoxen Synagoge angehört, beobachte, nicht die Hand zu bieten, indirekt Propaganda für die Reform zu machen — sondern aus dem reichen Quell des jüdischen Glaubens und der jüdischen Geschichte eine Saat des Positiven nicht aber des Indisftreutismus auszustreuen. Erwähnte Momente könnten leicht die traurige Veranlassung bieten, die Berliner Zeitungen abermals zum Tummelplatz der verschiedensten Angriffe und Schmähungen zu machen, und das nicht jüdische Publikum mit einem neuen Stoff zur Chronique Scandaleuse hiesiger Gemeinde- Verhältnisse zu versehen. Briefkasten der Red. Herrn Vorsteher I. S. Ihre Anfrage bedauern wir, nicht beantworten zu können, da Sie in Ihrem Schreiben die Angabe Ihres Wohnortes vergaßen. — Unser geehrter Hamburger Correspondent wolle die verspätete Aufnahme seines Artikels entschuldigen. Aus Mangel an Platz kann derselbe erst im nächsten Heft erscheinen. Druck von Neinhold Saist. — Redakteur r Nabbinet Hirsch in Frankfurt am Main.

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