Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1857-09-01 · Heft 12 (September 1857) · p. 658

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 12 (September 1857)
Article
Amerika : Philadelphia [Nachricht]
Date
1857-09-01
Page
658 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932835-2932848--02979-2941547
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

6W die Flammen, die in das Fensters seinesSchlafzimmers, hineinschlugen. Er halte gerade noch eben Zeit, seine Familie zu wecken und mit ihr auf die Straße zu .entfliehen, ehe das zerstörende Element das Zimmer ergriff, das er soeben verlaflen. Einige Zeit glaubte man; ' die Synagoge könnte nicht mehr gerettet , werden, und wendete ר 'äße Thätigkeit nur Gch zur Rettung der umliegenden Gebäude; durch׳ die außerordentliche Geschicklichkeit jedoch der Feuerwehr, wurde man endlich Herr der Flammen,, ohne daß die Synaqoqc fetfcft er^ebtid^en <S^at>en gelitten da die Flammen sich wehr aus das Hintergebäude beschränkten, wo das Feuer ausgebrochen war. In der Stadt selbst wohnen ungefähr 6000 Juden, 6 Gemeinden Hildeud, von denen 2 dem deutschen, Minhag 2 dem portugiesischeu, 1 dem polnischen angehören; die 7te bildet die Niederländische Gemeinde. :Westindien. Die Gebrüder S a ssone, in Bombay wohnende Juden, haben der Regierung von Westindien, ein großes Gebäude und 30,000 Rupien zur Gründung einer Handelsschule angeboten, unter der Bedingung, daß dieselbe ihren Namen trage und Sonnabend und Sonntag geschlossen bleibe. Die Behörden haben diese splendide Schenkung angenommen. U. Jsr. Afrika. . Berichte aus T unis vom 13. dieß melden, daß am 9. in dieser Stadt eine blutige Emente gegen die Juden statthatte. Auch die Christen wurden bedroht. Mehrere Personen wurden ermordet, das britische Consulat insultirt. . Militärische Maßnahmen wurden erst spät getroffen^ — lieber die Vorgänge in Tunis erhalten wir noch׳ nächstehende weitere Mittheilung vom 12 d.: ״Ein Derwisch bezeichnete einen Juden als Gotteslästerer , worauf das Volk sogleich auf ihn losstürzte. Es gelang, den Unglücklichen ihren Händen zu entreißen und er flüchtete in die Börse. Die Menge folgte ihm dahin , zertrümmerte Alles und zog dann vor die Bureaux der Messagieren unter dem Rufer Tod den Inden, Tod den Franken. Der französische Consul begab sich eiligst zum Bey und reclamirte Truppen zum Schutz der Europäer. Die Stadt ist in größter Aufregung. Ueber das gräßliche Ereigniß vom 5. Juli theilt ein Augenzeuge dem U. Jsr. noch mit, daß der Unglückliche, der das Opfer jener barbarischen Wuth wurde, zwischen jedem Hiebe , den er bei der entsetzlichen Execution erhielt, das שמע ישראל rief, und daß dieses Gebet ves Unglücklichen von einigen muthigen Männern oer Kabronim Chebra wiederholt wurde, die sich einem beinahe gewissen Tode geweiht hatten , ׳um ihrem unglücklichen Bruder die letzten Pflichten zu erweisen. Das U. Jsr. fordert mit Recht die vom Bey oeeorirten französischen Juden, aus, ihre Orden einem Fürsten zurüZzusenden, ״der in seinem Lande Solches gegen ihre Glaubensgenossen geschehen läßt." Druck von RsinhsW BM. — Redakteur: Rabbiner Hirsch in Frankfurt am LlLain.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.