Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 653 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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653 als Sieger verkündet. DaS Urtheil über die beiden Arbeiten ״■ eine medizinische und eine mathematische — war in den anerkennendsten und rühmendsten Ausdrücken abgefaßt, und soll die Trefflichkeit der beiden Arbeiten die resp. Fakultäten bewogen haben, beim Unterrichtsministerium um Bewilligung eines zweiten Preises einzukommen, der ihnen auch bewilligt worden sein soll. — AuS Mitteldeutschland, 9. August, wird dem ״Dr. I." berichtet: Die Freimaurerei, welche in ihren drei Großlogen in Preußen das christliche Prinzip dadurch sesthält, daß sie mit ihren Töchterlogen den Israeliten der Zutritt ,versagt, und wurde in der neuern Zeit eine Concession nach der andern Seite gemacht und diese auch in den jüngsten Vorkommnissen festgehalten. Es fühlten sich nämlich die Großlogen Englands, Frankreichs und Nordamerika voranlaßt, gegen jenes Princip in den Kampf zu treten, und diesen Kampf auch gleich dadurch praktisch zu machen, 'daß sie ihren Repräsentanten bei den preußischen Logen aufgaben, die Verbindung mit denselben einzustellen, ja allen unter ihrer Leitung stehenden Logen eS verboten, Certifikate von preußischen Logen anzuerkennen. Hierauf haben denn die zwei Hauptlogen in Berlin nachgegeben und ihren Töchterlogen die Wersung zugehen lassen, künftig nur darauf zu reflectiren, daß die besuchenden Freimaurer mit richtigen Certifikaten versehen sind, aber nicht darnach zu fragen, ob der Besuchende sich zur christlichen Religion bekenne." Weilburg, im Herzogthum Nassau, 25. Juli. Als vor einigen Tagen die hiesige Garnison die Leiche eines alten Kameraden zur Ruhestätte begleitete, hielt der katholische Ortsgeistliche eine Grabrede, die einen Passus enthielt, der nicht bloß sogleich bei den Zuhörern, sondern auch nachher durch die Stadt hin viel Sensation und Entrüstung erregt hat. Nachdem nämlich der Redner den Entschlafenen einen gut katholischeu Christen, glücklich gepriesen, daß er nun bei Gott sei, fügte er bedauernd hinzu, ״in welcher schrecklichen Lage sich die Juden und die getauften und ungetansten Heiden auf dem Sterbebette befinden müßten, wenn sie sich vergegenwärtigten, daß ihnen der Himmel nicht beschieden sei." Das hiesige Publikum ist soweit in der Logik, daß es herauszubringen vermochte, was für Unglückliche unter den ״getauften Heiden" neben den Juden und ungetansten Heiden den Katholiken gegenüber zu verstehen sind, und stellte sich den obigen Satz des christlichen Predigers auf dem Friedhofe dahin fest, daß alle Matholiken, Juden, Protestanten und Heiden, nicht in den Himmel kämen. Tags darauf hielt ein christlicher Hanptmann vor seiner Compagnie, die er gestern auf den Kirch- Hof geführt, auch eine Rede. Er rief einen in der Compagnie befind- Lichen Juden vor und ließ ihn das ״Handbuch für den Unterricht der Soldaten der Herzog!, nassauischen Infanterie" herbeiholen, aus dem er alsdann selbst den tz. 16 vorlas: ״Der Soldat soll sich eines religiösen