Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 12 (September 1857)
- Article
- Elul
- Date
- 1857-09-01
- Page
- 614 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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618 Mul. wie er das Leben der Väter erfüllte und׳ mit ihnen gewandelt und mit ihnen gezogen durch Nacht und Knechtschaft, durch Meeresbrandüng und Wüstenöde, und sie begeistert und sie geführt und sie geleitet und sie gehoben und sie als fein einziges Volk auf Erden hingestellt. Es fehlt der Moses, der es verstünde, sühnend in den Bruch zu treten, der cs verstünde, uns zum Bewußtsein unserer Schuld und unserer Thorheit zu bringen, daß wir den Jubel in Trauer verwandelten, daß wir fühlten, was wir verloren, daß wir der falscheu Kränze uns schämten, mit denen wir sinneberauscht uns das Haupt um des vermeintlichen Steges willen geschmückt, daß wir neu aus unserer Verirrung uns zu Gott wendeten und von seiner Gnade uns aufs neue — das alte Gesetz erbäten! Er fehlt — und weil er fehlt, weil dem armen, vcrrathenen, verlorenen Geschlechte keine hervorragende Persönlichkeit, kein Führer und Retter und Sühner erscheint, darum verlieren selbst Die den Mnth und verzehren sich in Rath- und Thatlosigkeit, die den Bruch ihres Volkes bejammern, die seine Täuschung durchschauen und; nur auf den Mann in Israels Thoren zu warten vergeben, der mit seinem ״Wer Gottes ist, zu mir!" sie um die Gottesstan- Karte versammele. Wie sehr sind sie irre! Moses ist todt und kein Mensch, kennt sein Grab, und nicht hervorragende Persönlichkeiten waren es, die unsere Väter durch alle die zurückgelegten Kämpfe und Prüfungen geleiteten. Das Gotteswort war ihr Führer, das Gotteswort ihr Moses. Keines Führers und Leiters und Mittlers bedurfte Israel je, so cs galt für Gottes Gesetz anfzustehen, für Gottes Gesetz einzustchen, für Gottes Gesetz zu leben und zu sterbe». Meint ihr's ehrlich mit Gott, so lasset die Irrenden tanzen ums Kalb, lasset die abgefallenen Leviten zu ihrem Tanze die Melodien geigen, wartet auf keinen Moses, nehmt Gotteswort zur Hand, leset es, lernet es, lasset es euch nicht von den falschen Leviten umdeuten, leset es, lernet es, lehret es eure Kinder, lasset sie daraus euren und ihren ewigen Beruf erkennen Gottes Stimme zu gehorchen und sein Gesetz zu erfüllen in Freud und in Leid, in Zeiten der Knechtschaft und der Freiheit. Fehlt auch der Mnth in Israels Lager mtt dem Moses-Ruf, ״wer Gottes ist, zu mir!" aufzutreten, in eurem La-