Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1857)
- Article
- Deutschland. Kg Bückeburg [Nachricht]
- Date
- 1857-07-01
- Page
- 545 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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fer. Aber diesekommt zuletzt inVetracht, mkd wir sind gewöhnt, zuerst vsm Synagogenbau zu hören. Die Nachricht; haß unsre Nachbargemeinde Stadlbagrn, die seit Jahren im Rufe deS 'größten,HndMcrensiSmuS( stavh^ in diesen Tagen den Grund zu einer neuen Synagoge gelegt, überraschte unS daher nicht. Es ist dieses ein Erfolg, mit dem die Bemühungen ihres Rabbiners, der die Gemeinde ans ihrem Schlafe zu erwecken scheint, gekrönt werden. -- Möge mit den neuen Synagogen, auch wieder ein neues keben erwachen und ein andrer Geist einkehren! 8 Köln, den 20. Mai 1857. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust zu ׳beweinen. Einer der Mlensten Männer überhaupt, der edelste, wackerste, lhatkrästigfte WCann seines nahen und nächsten KreiseS, Isaak R aus mann, -ist uns entrissen. ' Ties suhlt die Familie, ebenso tief aber unser ganzes Gemeinwesen die Wunde, die die Hand deS Herrn . uns geschlagen. Durch redlichen Fleiß und rastlose Tbätrgkelt zu einer, ehrenvollen socialen Stellung empvrgeblüht, verband der׳ Verblichene mit. einem Herzen voller biebe einen Geist voller Verstand, einen für alle- Schöne und Gute empsänglichen Sinn, und wad^ebcnso ein Muster der reinsten Menschenliebe, der treueste» Gewastenhastigkeit gegen seine Mit- Menschen, wie er durch ächte Frömmigkeit und gewissenhafte Anhänglichkeit an seine väterliche Religion voranleiichtete. So wendete sich ihm daS allgemeinste Vertrauen zu und während unser ganzer Kreis ihn zum Milgliede des Eoiisisloriums wählte, hatte unsere Gemeinde ihm die Wahrung und Vertretung ihrer religiöse» und politlscheän. Interesten anvertraut, und er hat di^S Vertrtzuen aufS A^inzendste gerechtfertigt. Allen östentlui^ü 'Anstalten und Angelegenheiten wendete er seine hingebendste ThäligMMzu, das verjüngte Aufblühen unserer Gemeinde ist vor Allem Werk, das in seiner Vollendung zu..erleben ihm leider nicht vergönnt, war war. Möge sein Geist, der mit allem Humanen und Guten v^rorüderte Geist acht jüdischer Frömmigkeit unter unS sortwalten und daS Werk zum heilerfüllten Ziele zu Ende führen, mit testen Begründung" daS Beispiel des Verblichenen iinS so herrlich vorangangen. Wien. Der ״T. a. B." (und nach ihm Wiener Blätter) berichtet: . ״In Aadaun, Brotzcn und Sebusch wurde den Israeliten eine Weisung des Bezirksamtes zu Wegstarl (Böhmen - durch die Srtsvorsteher intimirt, rvornach sie ״innerhalb dreiev Wochen ihre etwa im. Dienste habenden christlichen. Dienstboten' entlasten -׳müsten. DaS Intimat erfolgte über .Anreizung des Seelsorgers in SA'usch und aus Grundlage eines alten GubeWraldekreteö. Die Tragweite d!eseS GuberuiglLekreteS, das dem Geist der Zeit gegtgiübrr njemals zur AuSsührung kommen konnte, wäre, wenn ja einmal in Ausführung gebracht, kaum zu ermesten. Die Arbeiter in Fabriken hat das Dekret wohl zu keiner Zeit im . Sinne gehabt.