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Jeschurun · 1857-06-01 · Heft 9 (Juni 1857) · p. 488

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Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 9 (Juni 1857)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1857-06-01
Page
488 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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>-488 entgegen. (Wir führten bereits eiu Beispiel an, .daß man sie hin und wieder ganz und gar aus einer Stadt wieder zu vertreiben wünscht.) Eines her Zöllner Blätter (״Oesterr. Volksfr." Nr. 87) hat vor Kurzern in einem polemischen.Artikel die Theorie ausgestellt, daß diejenigen österreichischen Kronländer, ״in welchen es seither gar keine akatholischen Genossenschaften gab", das Recht haben, ״sich die Participation der Akatholischen an ihrem beimathlichm Boden zu verbitten." — 4. Mai. Hiesige Blätter hatten aus Saaz die Nachricht gebracht, daß der dortige Bürgermeister ein Edier erlassen habe: ״Alle in Saaz domicilirenden Juden haben binnen 14־ Tagen die Stadt zn verlassen." Dasselbe lautet: ״Herrn ***! Auf Grund der Stadt Saaz von Weiland Sr. Maj. Ferdinand I.. ertheilten und in Rechtskraft bestehenden Privilegiums, durch welches den fremder Obrigkeit unterstehenden Juden der Aufenthalt in der Stadt nicht gestattet ist, wird ihnen hiermit der Auftrag ertheilt, die Stadt Saaz binnen 14 Tagen bei Ver-- rneidung gesetzlicher Zwangsmaßregeln unter gleichzeitiger Erhebung Ihres Hieramts erliegenden Heimathscheines zu verlassen. Bürgermeisteramt Saaz, am 24. April 1857. Schönfeld." — Ein Auftrag des Bezirksamtes zu Saaz hat bereits die bürgermeisterliche Weisung bis zur bochortigen Entscheidung in der Privilegiumssache aufgeschoben. Hannover, 15. Mai. Das ״Journ. de Liege" enthält einen geharnischten Artikel gegen die beabsichtigte Ausschließung der Juden ans den Freimaurerlogen in Hannover. Auch der Groß-Orient zu Belgien will eine energische Protestation gegen diese Ausschließung veröffentlichen. Leipzig, 23. Mai. Unsere israelitische Gemeinde wird seit einigen Tagen von einem lebhaften Streit erregt, der in ihrem Schooße sich entspannen. Es handelt sich nämlich darum, ob Dr. Jellinek, der bisherige Prediger dieser Gemeinde, welcher vor einiger Zeit einen Ruf nach Wien angenommen hatte, jetzt aber ihn ablehnen will, sein bishenges Amt, wie es sein ausgesprochener Wunsch sei, behalten könne. Es stehen sich bei dieser Frage zwei Parteien schroff entgegen, die jede für sich im Recht zu sein behauptet. ־(£). A. Z.) L ondo n. Parlamentsverhandlungen vom 15. Mai. Unterhaus-Sitzung. Nachdem sich die Versammlung als Gönnte constituirt hat, bittet Lord Palmerston um Erlaubniß zur Einbringung einer Bill, welche an Stelle der gegenwärtig von den Parlamentsmitgliedern zu leistenden drei Eide, des. Unterthanen-, Supremats- und Wfchwörungseides eine einzige Eidesformel gesetzt wissen will. Er entschuldigt sich zuvörderst, daß er einen Gegenstand aus den Händen Lord I. Russell's nehme, welchem dieser edle Lord so große Aufmerksamkeit zugcwandt habe. Doch bemerkt er zu seiner Rechtfertigung, er habe Grund zu der Annahme, daß die Bill, wenn sie zu einer Regierungsvorlage gcmacht werde, größere Aussicht auf Erfolg habe, als sonst der Fall sein würde. Er hebt sodann die Heiligkeit der durch eine Eidesleistung eingegangenen Verpflichtung, sowie die Frivolität hervor, welche in einer

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