Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1857)
- Article
- Brief des Dr. Illowy, Ehrw., an Dr. Lilienthal, Ehrw., Rabbiner zu Cincinnati, aus dem Occident
- Date
- 1857-06-01
- Page
- 477 (sequence 10)
- Language
- German
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aus dem Occident. 477 der etwa aufgehört hätte, Schweinefleisch, Newela und Teresa und sonstiges Verbotene zu genießen, wie sie es gethan, ehe sie dich gekannt und deine Reden gehört. Was hast du gewirkt mit allen den neuen Lehren und mit all den schonen, anziehenden und populären Predigten, die du jeden Sabath gehalten, was hast du damit genützt, was damit für die Erhaltung unserer Religion gethan? Zeige mir deine Triumphe, zeige mir, die von ihrem bösen Wandel zurückgekehrt, seitdem sie die neue Thora empfangen, die du ihnen vorgelegt! Wo sind die, die seitdem ihre Hände von der Sabbath-Arbeit zurückhalten, ihre Geschästslokale schließen und sie erst.nach Sabbath wieder öffnen! ״Gehe, siehe diese vom Gesetz Abgefallenen! Der Wurm ihrer alten Sünden ist noch in ihnen lebendig, und ihr Feuer noch nicht erloschen", ihren Lippen entsteigt noch am Sabbath der Rauch wie hohepriesterlicher Räucherduft! Wer von diesen dem Zeitgötzen opfernden Männern hat Ztezith an seinen! Kleide, Thefilltn aus dem Haupte, Mehusah an seinem Hause, wenn er diese drei nicht auch schon vor der Offenbarung der neuen Thora gehabt? Siehe diese Männer, die dir sagen, dem Geiste der Zeit gemäß wollen wir wandeln, und unserem Gotte nach der Weise der Völker dienen, sie wollen den Gottesdienst ja nur einmal im Jahre, wo sie zum Heiltgthum kommen. Sie wollen den Baum nicht und die Frucht nicht, sie wollen nur den Schatten, damit man unter den Völkern sage, wenn sie einmal unseren Kreis betreten: ״wie schön sind deine Zelten Jaakob, und deine Gesänge Israel!" Und nach allem diesem antworte mir, warum bist du mit Tänschung zu deinen Brüdern gekommen, hast in Israel verkündet, jeder Jude sei verpflichtet zu glauben, daß die mündliche Lehre von Gott sei, und alle Worte des Thalmuds Worte des lebendigen Gottes seien, hast dich in Cleveland auf hohen Berg erhoben, die Thora zu ordnen, Thekanoth und Minhagtm zu verfügen, bezeugen es ja alle deine Handlungen und Worte, daß dir alles das nicht von Herz n ging und diese Erhebung selbst nur eine Gesunkenheit war. Denn kaum warst du herabgesttegen, erlaubtest du die Wiederverhetrathung einer kinderlosen Wittwe ohne Jibbum und Chalizah, bald wirst du auch Ehefrauen ohne Get die Anderheirath gestatten; denn was ist der