Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1857)
- Article
- Die Verwendung der Veitel'schen Stiftung
- Date
- 1857-05-01
- Page
- 421 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Die Verwendung der Bettei'schen Stiftung. (Aus dem Jewisch Chronicle.) Bor vierzehn Tagen enthielten diese Blätter einen kleinen, unscheinbaren, ans dem Deutschen übersetzten Artikel, der vielleicht von der Mehrzahl unsrer Leser übersehen wurde; und doch enthielt dieser anspruchslose Artikel eine beherzigenswerte, nur zu ernste Lehre. Die Sache war folgende. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts starb in Berlin ein reicher Jude, der in seinem letzten Willen ein ״Bet-Hamidrasch" — wir würde» es jetzt vielleicht eine ״Anstalt für jüdisch-theologische Studien" nennen — stiftete. Der Verstorbene, er hieß Beitel, stattete die Stiftung reich aus und bestellte Curatoren für die Ansführung und lieberwachnng dieses Thetls seines Testamentes. Nicht volle 40 Jahre nach seinem Tode suchten die Curatoren nach und erhielten vom vorigen Könige von Preußen die specielle Erlaubniß, die Kasse zur Unterstützung von christlichen Theologen bestimmen zu dürfen. Nun bedenke man wohl, daß, so viel wir wissen, keiner der Curatoren ein Christ war, daß ferner die ursprüngliche Bestimmung des Testators sich in keinem Widerspruche mit irgendwelchem Gesetze befand. Ferner ging der Impuls lediglich von den Curatoren aus, nicht von der Regierung, an die man sich bittend wandte. Wir brauchen nicht erst das offenbare Unrecht, das in diesem Verfahren liegt, hervorzuheben. Man braucht nicht eben Jude zu sein, um das Verwerflichc des geübten Verfahrens zu begreifen, das um so unverzeihlicher, weil es gegen solche Personen begangen, die sich nicht wehren noch um Hülfe rufen können, — weil es alles Zutrauen der Gegenwart zu der Zukunft, der Jctztlcbcndcn zu den Späteren erschüttert, indem eS so alle Vorsorge vergebens macht und hiedurch geeignet ist, den Strom der Wohlthaten lebender Generattonen auf die ungeborenen zu hemmen. Die Gründe für die