Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Deutschland : Hannover [Nachricht]
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 328 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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328 könne, den Mennoniten zu nahe zu treten, daß man die Zahl der zurückgestellten Staatsbürger nicht noch mehr vermehren solle und nicht zu unduldsamen harten Schritten greifen möge, daß ferner die Geschäftsordnung ausdrücklich von dem Eide der Mennoniten spreche, also nothwendig dieselben im Sinne des Gesetzes wahlfähig sein müssen, wurde von der überwiegenden Majorität die Wahl des Consuls Brons als Mennonite für ungültig erklärt. Bei dieser Gelegenheit hatten wir auch das Vergnügen, Herrn Pastor Ernstes Predigertalent zu bewundern. In salbungsvoller Rede wies er darauf hin, wie durch die Zulassung dieser Sekte Confessionslosigkeit des Staats herbeigeführt werde, und dadurch die Stütze der lutherischen Kirche hinweggezogen sei. Es sei Lebensfrage dieser Kirche, daß gegen Unglauben und Sektenwesen heilsame Schranken bestehen und erblickt der geschätzte Herr schon seine Kirche in den Staub geworfen und Entsittlichung und Unglaube über das hannoversche Volk hereinbrechen, bei dem bloßen Gedanken, daß ein Mennonite die Hallen des Ständehauses betreten könnte! Wir Juden sind doch glücklicher. Schon seit beinahe zweitausend Jahren haben wir kein ״kirchliches und kein weltliches Regiment" und wir zittern doch nicht und fürchten doch nicht, selbst wenn in der zweilen Kammer der hannoverschen Ständeversammlung 89 Abgeordnete sitzen, und darunter kein einziger Jude, ja selbst, wenn unter diesen Deputirten sich Männer befinden von der Gesinnung und Farbe des Herrn Pastör Ernst. — C Hannover, im März. Unsere Gemeinde war die ganze Woche in einer erwartungsvollen Aufregung begriffen. Der Gemeinde-Vorstand hatte sämmtliche Mitglieder zu einer Generalversammlung einladen lassen zur Miltheilung ״eines erfreulichen Gegenstandes." Dieser Gegenstand wurde aber so geheim gehalten, daß auch kein Sterbenswörtcheu vorher davon verlautete, und allen kühnen und vagen Vermuthungen freies Spiel gelassen war, bis am verhängnißvollen Tage der Vorstand eröffnete, Herr Israel Simon habe der Gemeinde die Summe von 3800 Thlr., den Betrag des seinem verstorbenen Vater für den Platz der Synagoge bezahlten Kaufschillings, geschenkt, um damit seinem Vater ein ewiges Andenken in den Annalen der Gemeinde zu gründen. Wir würden in das Bereich nicht zu berührender Sensitiven gerathen, wollten wir hier untersuchen,, warum über dieses großartige Geschenk mit solcher Heimlichkeit zu Werke gegangen ist, hegen aber mit dem Referenten der hiesigen Blätter den Wunsch, daß der großherzige Geber sich mit dieser Thal auch der Gemeinde wieder gegeben haben möchte. Palästina. Die Söhne des fei. Mayer Rothschild haben zum Andenken ihres Vaters dem jüdischen Hospital zu Jerusalem eine Summe von 280,000 Fks. geschenkt und damit die Erhaltung dieses Instituts auf ewige Zeiten gesichert. Das Hospital war von der Baronesse James v. Rothschild gekauft und nackher durch diese wohlthätige Dame erweitert worden. Das Hospital trägt die Inschrift: dem ehrwürdigen Anden-