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Jeschurun · 1857-03-01 · Heft 6 (März 1857) · p. 324

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 6 (März 1857)
Article
Palästina [Nachricht]
Date
1857-03-01
Page
324 (sequence 2)
Language
German
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324 Ein anderes wäre gewesen, wenn Sir Moses Montefiore in Jerusalem Mänuer erkoren hätte, mit denen er sich berathen hätte, auf welche. Art und Weise man die h. Thora könne empor bringen, nnd dabei dennoch für die arbeitende Klasse ein Mittel aufstnden, wodurch sie ihren Nahrungszweig fände. Eben dasselbe gilt auch von den Großen Jerusalems. Wenn sie mit rechter Energie mit Sir Moses Montefiore darüber gesprochen, in Kraft des h. Landes, daß man ihm übergebe die Ausführung ebengenannter beider Projekte, so wäre ohne Zweifel alles mit Gotteshilfe in einen bessern Zustand gebracht worden. Sir Moses Montefiore hat sich mehr als einen Monat hier verweilt, und der Zulauf Hunderter und tausender einzelner Menschen, welche stets Hilfe suchten, jeder auf seine besondere Weise, wurde erlaubt, sowohl von Seiten Jerusalems als auch von Sir Moses Montefiore. Die Folge davon war, daß für das allgemeine Beste nichts Erhebliches geleistet wurde. Die תלמידי חכמים darben und sterben vor Hunger. Die arbeitende Klasse sucht Arbeit, sinden Etwas, welches aber nicht hinreichend ist davon zu leben; daher viele Familien am heiligen Sabbath kaum Brod zu essen haben. Die Anstalt der Frau von Lämel hat zwar Herrn D1\ Frankl zu einer תלמוד תורה Schule gegründet, und dadurch den Plan einer Kinderbewahrungs-Anstalt etwas modisiciren lassen, nach dem Wunsche mehrerer hiesiger Großen. Würde nun die Leitung in die Hände der hiesigen Rabbiner gegeben, daß sie mit erwachsenen Kindern, welche daselbst aufgenommen sind, nach hiesiger Methode lernen könnten, was und wie sie für gut fänden, dann wäre es sicher, daß diese Anstalt die erste vollkommenste ,תלמוד תורד Schule wäre, die in diesem Jahrhundert in Jerusalem gegründet worden. Jerusalem hofft mit Sehnsucht, daß das Hospital des Sir Moses Montefiore baldigst zur Ausführung käme; denn der Krankheitszustand ist wegen Armuth immerwährend sehr bedeutend, so daß auch leider das englische Missions-Hospital stets mit Kranken angefüllt ist, und dennoch nicht Alle, die sich melden, ausgenommen werden können. Laut heutigem Bericht von Herrn A. Cohn, hat die werthe Farmlie von Rothschild 10,000 Pfund Sterling zu einem Fond gegeben, von dessen Prozenten das Hospital von Herrn A. Cohn unterstützt werde. Gott sei es gedankt, und Dank für solche wohlthätige Menschen. Noch ist Jerusalem im Auslande nicht vergessen. Moses Sachs.

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