Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 6 (März 1857)
- Article
- Deutschland : aus Mitteldeutschland [Nachricht]
- Date
- 1857-03-01
- Page
- 322 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- Colmar 1× ep/1047872
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322 gelehrter beim Ministerium des Aeußern angestellt worden, ja jüngst-- hin bet dem Leichenbegängnisse des ObcrrabinerS der Residenz die Sitzung der Deputirtenkammer wegen mangelnder Vollzähligkeit aufgehoben werden mußte. Frankreich. Paris, Februar 1857. Die jüngsten Consistorialwahlen von Paris haben ihre Bestätigung noch nicht erhalteen. Ohne Zweifel hat diese Verzögerung ihren Grund in dem bei der höchsten Behörde gegen die stattgehabten Wahl-Operationen eingereichten Protest. Herr Gustave Halphen, Mitglied und Präsident des Pariser Consistoriums hat in Folge eines Zerwürfnisses mit seinen Kollegen seine Demission eingereicht. — Auch daS Konsistorium zu Colmar hat seinen langjährigen Präsidenten eingebüßt. Schon seit drei Jahren hatte der Oberrabbiner Klein seine Kollegen wiederholt ersucht, seine Entlassung vom Vorsitz im Coiisistorium anzunehmen. Funktionen, die ihn in Ausübung seiner amtlichen Obliegenheiten, in seinen Studien, und den ihm durch seinen Gesundheitszustand gebotenen Rücksichten störten, und die er nur auf wiederholte Bitten seiner Kollegen bis jetzt behalten hatte. Er hatte selbst das Central- Konsistorium ersucht, die Ernennung eines andern Präsidenten zu vermitteln. Bei den diesmaligen Wahlen hatte jedoch Herr Oberrabbiner Klein mit Entschiedenheit erklärt, weder den Titel des Präsidenten, noch des Viee- Präsidenten an nehmen zu wollen, und sah sich das Constorium mit großem Bedauern gezwungen, einen andern Präsidenten zu wählen. — Ein jüngst erschienener Prospekt des kaiserlichen Lyeeums zu Colmar zeigt eine erfreuliche Rücksicht für die religiöse Erziehung jüdischer Zöglinge, die dieses Institut besuchen wollen. Es ist dafür gesorgt, daß sie alle ihre religiösen Vorschriften beobachten können. Ein Rabbiner Herr L. Bloch ist auf Vorschlag des Constorial-Oberrabbiners zum Almosenier an dieser Anstalt ernannt worden. In dieser Eigenschaft besucht er täglich das Lyeeum, um mit den Zöglingen der! dreimaligen täglichen Gottesdienst in einem besonderen, mit einem Sepher versehenen Vetsaal zu verrichten; er ist bei den Mahlzeiten der jungen Zöglinge gegenwärtig, die Speisen werden von einem jüdischen Restaurateur geliefert. Er ertheilt ihnen einen religiösen Unterricht nach dem von der Rabbiner-Konferenz gebilligten Programme; er wacht über die Erfüllung aller von unserer Religion gebotenen Pflichten, und so bietet diese Anstalt gesetzestreuen Israeliten endlich einmal die Aussicht, ihre Söhne einer höhern Bildung zuzuführen, ohne dieselbe durch die schmerzliche Einbuße der Religiosität ihrer Kinder bezahlen zu müssen. Möge dies Beispiel eine erfreuliche Nachahmung finden. (Univ. isr.) Rußland. Zu dem, was der Jeschurun in einer der jüngsten Nummern über Rußland und die dort für Judon beginnenden güustigern Aspekten