Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1857)
- Article
- Der Ghetto und die Juden in Rom
- Date
- 1857-02-01
- Page
- 265 (sequence 11)
- Language
- German
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- Vqn F. MgWpiG Wh in dß>׳ .-Kirche selbst Wchtsy Häscher uher hie Auflnerkfqstrkett Anwesenden, und schien eist Juds jheilnahmlos oder gar schlaftrynkeil, so checkftn im Gofteshause Peitschenhieb und Stoß. Ein Prodig^r vom Or-Hen der Prädicatoren, also ein Dominicaner, hielt die Predigt, wobei das Allerheiligste vom Altar genommen war; er sprach jedesmgl Kber solche Texte des alten Testaments, welche die Juden an demselben Tags in ihrer Synagoge hatten lesen oder erkläg'en hören, damit auf die jüdische Erklärung nun die katholische uMÜftlbax folge und der Hebräer im Stande sei, die christliche Wahrheit zu erkennen. Diese Predigten wurden anfangs in der Kirche San-Benedetto alla Regola gehalten, später aber׳ in jener Kirche Sau׳Angelo in Prescaria, welche in die Trümmer der Oetaviahall.e hiueiugrbaut ist und vor der einst der Volkstribun Cola di Rienzi seine ersten begeisterten Reden an die Römer hielt. Sie wurden später nur fünf mal im Jahr gehalten, und der Gebrauch wollte von selbst erlöschen, als Leo XII. Genga (1823 — 29) ihn wieder erneuerte. Heute ist auch diese Barbarei des christlichen Fanatismus geschwunden, und sie ward abgeschafft in dem ersten liberalen Regierungsjahre des Pio Nono, wie mau mir sagte. Dem zum Christenthum bekehrten Juden lohnte natürlich die Erlösung aus dem Ghetto, das Bürgerrecht und alles Menschenrecht, welches deffen Folge ist. Es ereignete sich nicht selten, daß Juden aus dem Ghetto getauft wurden; wie es nun im Charakter von Convertiten liegt, wurden sie dann bekehrungssüchtiger als Diejenigen selbst, von denen sie bekehrt waren. So liest man heute aus einem Kirchlein gegenüber dem Ghetto Ml der Brücke Quattro Capi, auf dessen Fronte die Kreuzigung gemalt ist, in hebräischer und lateinischer Schrift den zweiten Vers aus dem 65. Capitel des Jesaias: ״Ich recke meine Hällde aus den ganzen Tag zu einem ungehorsamen Volk, das seinem Gedanken nackgewandelt auf einem Wege, der nicht gut ist." Es ist dies eine Mahnung an die Juden, welche ein bekehrter Jude, dem'neuen Glauben zu schmeicheln, auf jene Kirche hat schreiben lassen. Nach der mittelalterlichen Sitte empfingen die jüdischen Tauflinge den Namen ihrer Taufpathen, und weil sie diese unter den angesehensten Männern Roms suchten, geschah es, daß sich die Inden in die ältesten Adelssamilien Roms einschmnggelten. Wir wissen