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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Frankreich : Paris [Nachricht]
Date
1857-01-01
Page
217 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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217 verdient, den Redakteur für die Einbuße entschädigen, mit welcher der Zorn seiner frühern Chefs den Angestellten gestraft. Orient» Herr Moses Lacks aus Jerusalem berichtet dem ״Lien d'Jsraol" folgende interessante Nachrichten über die Gründung einer Schule und Synagoge in Bagdad. In Bagdad nämlich, eine der alten Städte in Babyonien, war das Studium der חורה mehrere Jahre hindurch so vernachlässigt -worden, daß man taum eine einzige Person mehr daselbst fand, die talmudische Kenntnisse besaß. Im Jahre 1837 nun machte ein arabischer Jude, Banquier in Calcutta, eine ׳Reise nach Bagdad; mitten auf derselben wurde jedoch das Schiff, auf dem er sich befand, von einem so heftigen Sturm überrascht, daß es in Gefahr war, mit Mann und Maus unterzugehen. In dieser Gefahr nun betete der Kaufmann zu Gott für seine Errettung und nahm sich vor, wenn sich Gott der mit dem Untergang Bedrohten erbarmen würde, den größten Theil seines beträchtlichen Vermögens zu frommen Zwecken zu verwenden. DaS Schiff entrann glücklich der Gefahr und erreichte sicher den Hafen. Bald nach seiner Ankunft bat ihn ein junger Mann um die Mittel zur Errichtung einer Talmud-Thora-Schule, deren Leitung er übernehmen wollte. Der Banquier Ezechiel gedachte seines Gelübdes, gewährte die geforderte Summe und setzte noch außerdem ein Kapital aus, das genügte, um 40 לומדים zu unterhalten. Die Schule wuchs immer mehr und mehr heran, stellte viele Schüler aus, die jetzt alle Talmudleheer sind, und hat so segensreich gewirkt, daß jetzt in Bagdad mehr als 200 Talmudisten sind, von denen viele aus dem Fond der Schule Unterstützung erhalten. Derselbe Ezechiel spendete ebenso viele Tausend Piaster den Aschkenasim in Jerusalem und hat eine Synagoge daselbst erbaut, zu welcher Baron Alphons von Rothschild den Grundstein legte. * 21 f r i f a. Tunis. Nach den ״Arch. Jsr." besteht die jüdische Gemeinde in Tunis aus nicht weniger als 30,000 Seelen, von denen höchstens der zehnte Theil europäischer Abstammung ist. Unter den Aerzten des Bey befinden sich drei oder vier Juden, unter ihnen der Leibarzt D1\ Abraham Lumbrofo. Die allgemeine Achtung, deren sich dieser ausgezeichnete Arzt zu erfreuen hat, die hohe Stellung, die er einniwmt, geben allen seinen Unternehmungen einen bedeutenden Einfluß, und dieses Einflusses hat er sich jüngst, unter denkwürdigen Umständen, zum Bortheile sowohl der medicinischen Wissenschaft als auch vor allem der Humanität bedien!. Als im Laufe des vorigen Sommers in Tunis die Cholera ausbrach, suchte sie eine Bevölkernng heim, die faft gänzlich aller der Mittel und Anstalten entblößt war, mit dem die Wissenschaft diesem fürchterlichen Feinde entgegentritt׳, so gab es weder Hospitäler, noch Apotheken und Dr. Lumbrofo eröffnete mit einigen Andern unter den dort lebenden Juden eine College; inwenigen Stunden war eine so

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