Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 215 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zefchurun. Dritter Jahrgang. Zweites Seidlalt zum Januarheft. Auögegeben den 15. Januar 1857. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. □ Berlin, den 0. Januar. Die der hiesigen Gemeinde wogender obwaltenden Streitigkeiten vorenthaltene Erlaubniß zur Erbauung einer zweiten .Synagoge ist dieser Tage vom Ministerium erfolgt und läßt diese Resolution auf einen baldigen Frieden hoffen. Die beiden Studirenden der jüdischen Theologie, welche, neben ihren akademischen und rabbinischen Studien in dem Seminar, von dem in der jüngsten Nummer dieses Blattes zu wiederholten Malen die Rede war, den arabischen Unterricht genießen, halten die Berichtigung nicht für überflüssig, daß nicht 5 christliche ״Theologen," wie es dort heißt, sondern 1 Herr Hofrath, 2 Schulmeister und nur 2 Theologen -׳- nach Andern sogar nur 1 einziger den Vorlesungen beiwohnen. B r o m b e r g. Ein Setzer, Katholik von Geburt, faßte den Entschluß zum Judenthume überzutreten. Sobald die Kunde hievon laut wurde, wurden allerhand unsinnige Gerüchte über die Motive ausgcsprengt, die ihn zu dem Uebertritte verleiten sollten. Bald hieß es, er wäre in eine Jüdin verliebt, bald, die Gemeinde hätte ihrn bedeutende Anerbietungen gemacht u. dgl. mehr. Sobald er von diesen Verläumdungen hörte, von denen einige den Weg in die Zeitungen bereits gefunden, erklärte er öffentlich, daß durchaus keine unlautern und selbstsüchtigen Motive ihn zu dem Schritte bewogen hätten. Er genießt jetzt beim Rabbiner Unterricht. (I. Eh.) Malchin. Vor Kurzem wurde über den Bericht, betreffend das Verbot für Juden, liegende Gründe in Städten kaufen zu dürfen, auf dem Landtage berathen. Ein Vorschlag lautete, der engere Ausschuß möge die Regierung ersuchen, in besonderen Fällen den Juden Dispensation von dem Verbot zu ertheilen. Ein Theil des Comits hatte vorgeschlagen, dieses Recht denjenigen jüvischen Bürgern zu lassen, die einmal dasselbe früher gehabt haben. Der erstere Vorschlag wurde als Beschluß angenommen. Posen, 7. Jan. Nach ver hiesigen Zeitung ist der Gerichts- Assessor Dr. jur. Samt er, jüdischer Religion, am 5. d. bei dem hiesigen Kreisgerichte zur Verwaltung einer Nichterstelle in Folge eines Rescripts des Justizministers eingeführt worden. Seine Beschäftigung ist in derselben Weise, wie neulich in einem ähnlichen Falle, beim Stadt-