Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 2 (November 1856)
- Article
- Deutschland : Königsberg [Nachricht]
- Date
- 1856-11-01
- Page
- 105 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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♦ Dritter Jahrgang. IMitesBMattzlliMavembertseft. Ausgegeben den 17. November 1856. Zn dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. Königsberg, 8. Nov. In der heutigen Plenarsitzung des hiesigen Stadtgerichtes ist eine im Prinzip höchst wichtige Entscheidung gefaßt worden. Ein Kaufmann christlicher Konfession, welcher mit einer Jüdin ein Ehebündniß eingehen wollte, erklärte amtlich seinen Austritt aus der Landeskirche und glaubte nunmehr, gestützt auf das Patent vom 30. März 1847, eine bürgerliche Trauung beanspruchen zu können. Das Stadtgericht hat jedoch dieses Verlangen zurückgewiesen und eine derartige Mischehe für nicht statthaft erklärt. Die Gründe sind, da das Religions- Patent in Betreff des vorliegenden Falles keine Bestimmungen enthält, im Allgemeinen aus dem Verbot der Ehen zwischen Juden und Christen und der Ansicht hergenommen, daß der Austritt aus der Landeskirche nicht zu indentifieiren sei mit dem Austritte aus der christlichen Kirche, dieser vielmehr erst durch den Uebertritt zu einem nichtchristlichen Bekenntniffe erfolge. Vor Kurzem ist hier in einem ähnlichen Falle eine Christin zum Judenthume übergetreten. (K. Z.) □ Preßburg. (Die Deputation der Preßbur ger Judengemeinde beim a. h. Hofe.) Unter dieser Rubrik lesen wir in der Preßburger Zeitung vom 11. d. M.: ״Eine Deputation der Preßburger israelitischen Cultusgemeinde ist, wie alljährlich so auch Heuer, den Tag vor Martini abgegangen, um einem altherkömmlichen Gebrauche zufolge Allerhöchst' ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin und einigen andern Gliedern des durchlauchtigsten Kaiserhauses das übliche Weihegeschenk in fetten, schön geschmückten Gänsen ehrfurchtsvollst zu überbringen, welches seit undenklichen Zeiten von der israelitischen Gemeinde' Preßburgs dem durchlauchtigsten Herrscherhause ..alljährlich zu Martini dargebracht wird. Ihre k. k. Majestäten nahmen die Deputation und die an Allerhöchstdieselben gerichtete Anrede mit Worten der huldvollsten Herablassung auf. Die überaus gnädigen Worte Sr. k. k. Majestät: '״Es freut mich, Sie wieder bei uns zu sehen," waren schon am 10. d. M. auf telegraphischem Wege hier bekannt und gehen da von Mund zu Mund durch die israelitische Bevölkerung Preßburgs, und mit ihnen