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Jeschurun · 1856-11-01 · Heft 2 (November 1856) · p. 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 2 (November 1856)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1856-11-01
Page
102 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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102 * Berlin, den 30. October. — Berlin wird nächstens mit einer neuen jüdischen Anstalt beglückt. Ein neues jüdischtheologischwissenschaftliches Seminar soll sich aus den Trümmern des nicht so ״kostbaren", am 18. November 1840 hier errichteten, einig Jahre darauf wieder eingegangenen Schullehrer- und Rabbiner-Seminare zum Heile und Frommen der jüdische Theologie Studirenden Anfangs Novembers d. I. erheben, lieber Lehrer, Unterrichtsgegenstände und Zahl der Schüler in meinem Nächsten. Berlin. — Der altgläubige Theil der hiesigen Judenschaft hat eine Vorstellung in Betreff der jüdischen Gemeindeverhältnisse höheren Ortes eingereicht und sich dabei zum Nechtsbeistande des Rechtsanwalts beim Obertribunal Wag ener, früher Redakteur der Kreuzzeitung, bedient. (Kaum möchten wir dieser Nachricht Glauben beimessen. Sollte man denn nicht fühlen, in welchem Lichte man sich und seine Sache erscheinen lasse, indem man einen Mann mit solchen Antecedentien in Betreff der Juden zu seinem Anwalt nimmt unb sich mit der von demselben vertretenen Richtung Lndentisicirt! D. R.) 6-Würz bürg, den 24. October 5617. Bei der Tendenz Ihres Blattes und bei dem regen Interesse, welches gewiß Viele an dem Wohl und Weh' des Judenthums nehmen, glaube ich, daß Sie folgenden Zeilen einen Raum in Ihrem Blatte gönnen werden, um so mehr weil ich Jhüen ein Factum zu berichten habe, das als Beispiel in vielen andern Staaten zur Nachahmung dienen kann. Unser allverehrter Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger zu Würzburg richtete vor ungefähr 5 Wochen an ein Hohes Bayrisches Kriegsministerium die Bitte des Inhalts, daß es den Soldaten jüdischer Religion gestattet werde, ihren Sabbath feiern und für die, an einem ihrer Feiertagen treffenden Wachen einen Tausch machen zu dürfen. Diese Bitte ward mit dem schönsten Erfolge gekrönt. Die Augsburger Postzeitung wie auch der Würzburger Anzeiger vom 23. October bringen die Mittheilung, daß ein Befehl der königlichen Armeedivisionscommanden anordnet, ״daß die Soldaten jüdischer Religion an den Sabbath- und Feiertagen aller Wachen und Fatigue-Touren enthoben werden sollen und für die sie treffenden Wachen einen Tausch machen dürfen." Die Israeliten Bayerns und mit ihnen gewiß alle religiös gesinnte Israeliten zollen dieser wahrhaft landesväterlichen Huld sicherlich den wärmsten Dank und die tiefste Verehrung. Wien, 21. Oktober, Die Wittwe des Schriftstellers Dr. Ignaz Jeitteles hat die hiesige israelitische Gemeinde zum Universalerben ihres nicht unbedeutenden Vermögens gemacht und unter andern Stiftungen auch ein Armenhaus mit 80,000 fl. C.-M. begründet. Es wurde bereits für dasselbe auf der Landstraße ein Haus für 50,000 fl. angekauft, während von den Zinsen des übrigen Betrages vier arme Wittwen Ln demselben sustentirt werden sollen. (Wand.)

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