Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Rußland : Petersburg [Nachricht]
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 49 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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49 Feste. Ein jüdischer Soldat der hier als Agent mehrerer jüdischer Häuser aus der Provinz lebt, wurde verhaftet unter der Anschuldigung einen Christenknaben ermordet, und jedem seiner Auftraggeber ein Stück Fleisch zum Gebrauche an פסה übersendet zu haben. Alle Betheiligten sollen verhaftet imb die größte Grausamkeit und Vrntalität zur Erpressung von Geständnissen angewendct worden sein. Der AuSgang dieser absurden Anschuldigung ist noch nicht bekannt. Solche lächerliche Beschuldigung sollte doch endlich, meint der I. Chr. auf gleiche Linie mit den mittelalterlichen Anklagen von Zauberei, Brunnenvergiftung, Verbreitung von Seuchen re. gestellt und endlich aus den Strafcodices aller civilisirten Nationen gestrichen werden. Türkei. Der Pascha von Mostar hat an die Christen und Juden eine Aufforderung erlassen, sie möchten ungestört ihren religiösen Gesetzen nachkommen, mit dem Versprechen die Negierung werde sie gegen jede Bcleidigung und Kränkung, die sie von Türken erleiden würden, schützen. Perläftincr. Von unbekannter Hand ist uns ein Artikel aus Jerusalem zugesendet worden, aus dem wir Folgendes entnehmen zu müssen glauben, weil er Manches in einem etwas andern Lichte zu betrachten scheint, als man gewöhnlich zu thun pflegt — ohne natürlich die Verantwortung für die in demselben enthaltenen Ansichten und Thatsachen zu übernehmen. Jerusalem, im Septbr. 5616. Es ist nicht zu läugnen, daß das Unterstützungs-Comit6 für Palästina in Amsterdam unter allen Comtteen im Auslande sich den größten Ruhm erworben hat, in Betreff der großen Opfer, welche es sich nicht darzubringen scheut, um stets unsere Brüder in Palästina mit Spenden zu unterstützen. Besonders verdient dies im letzten Jahre hervorgehoben zu werden. Mit welcher Thätigkeit hat dieses Comits gewirkt um die ärmste Klasse in Palästina so schnell wie möglich durch Geldmittel dem Hungertode zu entreißen. Wer kann für solche Wohlthatcn genug danken, vor allem auch allen edlen Spendern, die zu dieser so wohtthätigen Unterstützung beigesteuert haben. Wahrlich, Menschen vom Hungertode zu erretten, ist keine geringeThat. Jedoch in diesem Jahre ist dieselbe Noth wie im vorigen, die Ernte war gesegnet, ein Jahr wie das andere — es ist der unerforschliche Witte Gottes, daß es theuer sein soll. Alle Augen warten auf Gott um baldige Hülfe; menschliche Hülfe scheint hier nicht sehr viel helfen zu können. Alles Alles, ist umsonst; die Fabrik des Sir Moses Montefiore ist wie ein Tropfen gegen den Oeean, um das heilige Land zu unterstützen. Der wohlthätige Juda Touro aus New-Orleans hat ein großes Vermachtniß von 600,000 Dollars *) zu einer wohtthätigen Anstalt für Jeru- *) 10,000 Dollars wurden laut seines Testaments zu Almosen für Palästina verwendet.