Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Rußland : aus der Krimm [Nachricht]
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 677 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932834--01926-2940265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
Familien in Tehousont-Kalch wohnen. Die Mehrzahl von diesen lebt in guten, wohlhabenden Verhältnissen, besonders in Odessa, wo sie meistenthcils wohlhabende und reiche Kaufleute sind. Während der Herrschaft der Tataren hatten sie die mannichsachsten Wechsel zu erdulden, aber seitdem die taurische Halbinsel unter die Herrschaft der Czaren gekommen, haben sie allen Schutz und alle Privilegien in Uebcreinstimmung mit?׳den übrigen Unterthanen genossen. Daß sie überall Achtung und Rücksicht finden, mag wohl dem Rufe ihrer Ehrenhaftigkeit und Redlichkeit! zuzuschreibcn sein, dessen sie sich im verdienten Maaße erfreuen, wiewohl ohne Zweifel ihre oft׳ gerühmte Anhänglichkeit an den Buchstaben der j Bibel in hohem Grade dazu beiträgt, ihre günstige Lage innerhalb einer!bigotten und ungebildeten Bevölkerung noch mehr zu heben. In ihrer i Sprache und Kleidung unterscheiden sich die Karaiten nicht von den Ta-- Staren; nur bei einem näheren Herantreten tragen ihre glänzenden Augen,!'ihre schwarzen Bärte und der edle Ausdruck ihres ^?sichtes unverkennbare; Zeichen, daß sie anderen Ursprungs sind,. als \ i Volk, unter das sie ihr Schicksal geworfen. Der am meist zu beklag de Mangel unter den -Karaiten ist das äußerste Abhandensein von Erziehung und Bildung. [ Sie sind thätig und fleißig in den Bestrebungen und Geschäften des Le- ׳bens, scheinen gute Gatten und liebevolle Väter zu sein,* und loyal gegen ׳ ihren Souverän:. Aber alle diese schönen Züge ihres Charakters würden -noch viel hellcr leuchten, wären ihre Geister nicht in Unwissenheit be- -fangen mnd würden erhabene Ideen mehr Eingang bei ihnen finden. 81MpI1er0^01 zählt 10,000 Einwohner, unter welchen 2000 rabbinische Juden und 800 Karaiten sich befinden. Während des letzten Krieges als der Handel im Innern bedeutend abgenommen hatte waren viele Juden daselbst zusarnmcngeströmt, theils um Contracte. mit der Regierung abzuschließen, andere, um in den verschiedenen Lagern Handel zu treiben. Viele von ihnen sind noch in der Stadt und die Mehrzahl -macht sich ohne Zweifel die Leichtigkeit zu Nutzen, die jetzt im Handel -mit der Türkei eingetreten ist, und werden sich wohl für immer entweder hier oder in Sebastopol nieder lassen. Kara-ton Bayer, Baktschi-Serai, Eupatoria und andere Städte, -enthalten innerhalb einer nicht weit ausgedehnten Strecke Landes eine ' jüdische Bevölkerung von 20,000 Seelen. (Jewisli Intelligence.) England. I. Londo n. Der I. CH. fügt seinem letzten Artikel, dem wir die Mittheilung über die Wohlthätigkeits-Anstalten und die Summen, die :jährlich von den Londoner Juden zu wohlthätigen Zwecken gespendet ^werden, in unserem letzten Beiblatte entnahmen, einige Berichtigungen ^und Bemerkungen hinzu, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wolfleri. Nicht 15,000 L, wie gemeldet, sondern 26,000 Z werden jähr- ^lich von der Gemeinde zur Unterstützung der verschiedenen Wohlthä-