Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 622

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
London [Nachricht]
Date
1856-08-01
Page
622 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932821-2932833--01841-2940158
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

566 Die Anstalt hat jetzt die,Erlaubnis zur Acquirirung der nöthigen Localitäten zu einem eigenen Gebäude nebst Karten etc. innerhalb der Liniens Wiens erhalten. Möge das Institut immer segensreicher für sein edles Ziel. thätig sein, und möge auch endlich in unser Gemeinde- Institut diejenige Gesinnung kommen, die allein dem Zudenthume zum Heile gereichen kann. Berlin den 24. Juni 1856. Die 18 jüdischen Studenten der Medizin, denen, wie bereits im vorigen Beiblatte erzählt, auf höhere Anordnung die Vergünstigung der Stipendien nicht sollte gewährt werden, sind in diesen Tagen durch Anschlag an das schwarze Brett von dem Dekan eingeladen worden, sich an einem bestimmten Tage zu versawmeln und die das Stipendium bedingenden Extemporalia anzufertigen. Frankreich. Die letzten Ueberschwemmungen, die leider so viel Noth und Glend über die unglücklichen Gegenden gebracht, die von ihnen hetmgesucht wurden, haben unter der großen Anzahl Verunglückter auch leider viele unserer Glaubensbrüder als Opfer htngerafft. Größer jedoch ist, wie die französischen Blätter melden, die Zahl derjenigen, deren Namen mit bedeutenden Beiträgen sich an der Spitze aller Subscriptions-Listen finden. Eine während des Gottesdienstes am r^^-Feste in den beiden Syna-- gogen Ln Paris veranstaltete Sammlung brachte 4500 Fr. für die Unglücklichen auf. (Die Spenden wurden natürlich erst nach dem Feste eingesammelt.) Auch im übrigen Frankreich werden überall Sammlungen in den Gemeinden veranstaltet. Paris. Der Großrabbiner des israelitischen Konsistoriums in Paris hat ein Rundschreiben an seine Glaubensgenossen erlassen, worin er zur Unterstützung der Opfer der Ueberschwemmungen auffordert. Es heißt darin: Ich weiß, daß ein Jeder von Ihnen bereits seine Gabe dargeretcht, seinen Tribut entrichtet hat. Sie thaten dieß als Bürger. Thun Sie es jetzt als Israeliten, damit auch die Synagoge den Unglücklichen ihre Sympathte bechätige. Die MildthätigkeiL, liebe Brüder, kennt keinen ReltgtonSunterschied." Der Maire des 6. Arrondissements von Paris bemerkt in seinem Antwortsschreiben auf die erste Geldzusendung, welche er von dem, Großrabbmer in Folge dieses Aufrufes erhalten hatte: ״Sie haben Recht, die Zeit des blinden Hasses ist vorüber, und die Religionen sind Schwestern, wenn sie sich in der Ausübung derselben Tugenden vereintgen. Die Mildthätigkett hat keine kirchliche Fahne mehr." (F. I.) 3׳ t a l L e n. Dem Äppelhof zu. Turin lag vor Kurzem ein interessanter Fall zur Entscheidung vor. Im Aahre 1853 begünstigte ein Lehrer B. Ln Saluces die Flucht einer seiner Schülerinnen im Alter von 16 Zähren, unter dem Vorwände, sie wolle zum Christenthume übertreten, in Wahrheit jedoch hatte er die Absicht, sie zu heirathen. Er brachte sie zuerst in ein Kloster zu Turin, und von da nach Pigneroles. Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.