Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 11 (August 1856)
- Article
- Amerika : Philadelphia [Nachricht]
- Date
- 1856-08-01
- Page
- 620 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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564 Vie r Juden erhielten :einen Preis: Die goldene Medaille erhielt die Firma Josef Sullam in Venedig und Felix Ravenna in Adria wegen Verbesserung öder Landstrecken in Rovigo. Die silberne Medaille erhielten Errera Und Dalmitsro (der Letztere ist nicht JsraeliLe) in Venedig für verbesserte Fabrication der Metallglatte vermittelst eines neuerfundenen angemessenen Ofens, der unter Leitung des jungen Ingenieurs Michael Lreves ausgeführt wortzen. Für eine Cremor-Tartari-Fabrik erhielt die Firma Gentili und Comp,, in Padua die silberne Medaille. Und endlich erhielt Jacob Mucherti zu Venedig den brüten Preis für eine raschere Methode des Gerbens der Ochsenhäute. Der gedachte Jnstitutsseeretär D1% Namias und Herr Josef Sullam hatten die Ehre denselben^ Tag zum Mittagsmahle eingeladen zu werden, welches von S. Erc. dem Statthalter Grafen v. Bissingen, wirklichem Ge- Heimrath S. M. rc. rc. gegeben wurde. Diese hochgestellte Person hatte auch am Morgen die jedem Premianten zuerkannten Medaillen mit eigenen Händen überreicht. Wie sehr würde man über diese vom ״Educ. Jsr." berichtete ehrende Anerkennung jüdischen Kunstfleißes uufc> industrieller Bestrebungen jüdischer Geister sich zu freuen haben, wenn ferner zu berichten wäre, oder es sich vielmehr von selbst verstünde, die Eingeladenen hätten aus religiöser Gewissenhaftigkeit an der Tafel S. Erc. nicht Theil genommen — in welchem Glanze würde der Name Jude heute leuchten, wenn alle die jüdischen Zeitgenossen, die allerwärts in den verschiedensten Bahnen der Kunst und der Wissenschaft sich .auszeichnen, sich auch im Leben als Juden bewährten und mit dem neuen Glanze den alten Ruhm der Gewissenstreue gegen Gott und sein Gesetz zu verbinden wüßten! Malta. In dem untern Theile von La Valette, Haupstadt der Insel, hatten sich zwei Knaben von der Terasse in eine Wohnung hineingeschlichen, welche einige Juden seit wenigen Tagen verlassen hatten, und fanden dort einen Topf-mit einem röthlichen Teig. Im Orient herrscht noch immer die Meinung, daß zur Osterzeit die Juden das Abendmahl mit dem -Blute eines Christenkindes zum Andenken an die beim Auszuge aus Egypten gestorbenen egyptischen Kinder nähmen. Die Knaben trugen den Topf nach Hause. An zwölf Personen versammeln sich um das mysteriöse Gefäß und eine Frau nimmt ein Stück Holz und rührt damit herum. Plötzlich erfolgte eine schreckliche Explosion, fünf der Anwesenden wurden tödtlich verwundet, die andern sieben umgeworsen und verletzt. Der Teig wurde von Dr. Collejo untersucht und bestand nach dem Ergebniß der Analyse aus Phosphor und anderen Substanzen, woraus man klar erkannte, daß er nichts als eine Composition zur Anfertigung von Streich- Zündhölzchen gewesen. Man wird jedoch den Malteser Pöbel schwer überzeugen, daß dabei nicht etwas Diabolisches vorhanden gewesen. (kr688e.) Druck von NrinhoLd BM. — Redacteurr Räbbiner Hirsch in Frankfurt am Main