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Jeschurun · 1856-07-01 · Heft 10 (Juli 1856) · p. 567

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 10 (Juli 1856)
Article
Italien : Turin [Nachricht]
Date
1856-07-01
Page
567 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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511 das Gedeihen dieser Reform im Interesse der christlichen, wie der israelittschen Bevölkerung durch einen wohlbemeffenen UebergangSzustand be-- dingt. In Betracht des wichtigen Umstandes, daß der christlichen Bevölkerung, ohne veranlassendes Ansinnen der Landesrepräsentation, RegierungS- Vorschläge zu abermaliger Prüfung des Systems christlicher Ansässigmachungen angekündigt sind, und daß nichts naturgemäßer sein kann, als der israelitischen Frage gleichzeitige Behandlung mit der christlichen anzuweisen, erblickt der Ausschuß kein anderes Mittel, als das Aufsuchen des Uebergangszustandes in jenem milden, ״zustimmende gemeindliche Erklärungen vollberücksichtigenden"׳ Vollzüge des bestehenden Gesetzes, wofür die wohlwollenden Aeußerungen des Ministers gelegentlich der Ausschußberathüng eine erfreuliche Aussicht böten. Demgemäß schlägt der Ausschuß folgende Bitte an den Thron vor: 1) mit der angekündigten Initiative zu erneuerter legislativer Revision der allgemeinen Normen über Ansässigmachung uMVereheligung, auch jene zu legislativer Revision der noch in Kraft gebliebenen Bestimmungen des Edicts von 1613 über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen verbinden zu lassen; 2) alle äußere halb des erwähnten Edicts in Absicht auf die Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen etwa noch als geltend erachteten polizeilichen Ausnahmsbestimmungen außer Kraft und Wirkung zu setzen. ' Hü Berlin, s. Juni. Für heute nur eine kurze Notiz, die für unsere Personen und Verhältnisse charakteristisch genug ist. An hiesiger Universität besteht ein kleines Stipendium für Mediziner, welches alljährlich Denjenigen gewährt wird, die sich durchein im Auditorium zu fertigendes Extemporale darum bewerben.׳ Da, wie gewöhnlich, die Aufforderung zur Bewerbung allgemein an die Commilitonen gerichtet war, so war auch diesmal die beträchtliche Zahl von 20 Studenten erschienen, als der Dekan, Professor Jüngken, erschien und den Versammelten, wie die hiesigen Montagszeitungen berichten, eröffnete, daß auf höhere Anordnung diesmal nur christlichen Studenten der Medizin die Vergünstigung des Stipendii gewährt werden würde. In Folge der Anzeige mußten sich 18 Studenten entfernen. Als pikantes Seitenstück hiezu entnehme ich der verläßlichen ״Londoner Korrespondenz," der geachtetsten hiesigen Zeitung, folgenden Passus: — ״Darüber ist in London nur eine Stimme, daß die City seit Jahren keinen so würdigen Vertreter gefunden hat, als jetzt in Mr. Salomons." Meiningen, 3. Juni. In Folge des neuen Juoengesetzes hat das Ministerium alle Verwaltungsämter angewiesen, sofort Einleitung zu treffen, daß die Einverleibung sämmtlicher mit Unterthanenrecht im Lande wohnenden Juden in den Gemeindeverband ihres Heimathsortes mit möglichster Beschleunigung stattfinde, auch genau zu untersuchen, ob und wo Judengemeindevermögen vorhanden ist, welches zu politischen Zwecken bestimmt war und in diesem Falle dahin zu wirken, daß die Ueberweisung desselben an das Gemeindevermögen des Ortes erfolge. —

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