Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1856)
- Article
- Berlin
- Date
- 1856-05-01
- Page
- 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin. 453 phische« Schriften Rechenschaft geben konnten. Abgesehen jedoch von dieser Gelehrigkeit und dem, wie es schien, eingeübten Frage- und Antwortensptel hat die Anstalt in der kurzen Zeit ihres Bestehens Vieles geleistet, besonders wenn man die Stellung in's Auge faßt, welche die hiesige Religionsschule einnimmt und welche uns wieder lebhaft daran erinnert, daß wir — in Berlin sind. In dem Berichte mit welchem der Dirigent der Schule zur Prüfung einladet, sind dieser eigenthümlichen Stellung derselben mehrere Seiten gewidmet — sie mußten vorausgeschickt'werden, um die Leistungen der Lehrer und Schäler ins gehörige Licht setzen zu können. Das erste was der Bericht hervorhebt, ist, daß die ״Reltgionsschule es mit Gegenständen zu thun hat, deren Wichtigkeit nur Denen ganz einleuchtet, welche einen höher» Grad von religiösem Interesse besitzen." Da nun dieses höhere Interesse in Berlin nur sehr Wenigen eigen ist, so folgt daraus, daß ״viele Eltern oft der Religionsschule gegenüber ihren Kindern manches nachznsehen bereit sind, was sie in Bezug ans andere Lehranstalten selten oder niemals dulden". Dazu trittz nun noch, daß ״der Religionsunterricht in Stunden fällt, wo die Kinder, von den sonstigen Lehranstalten befreit, anderweitig auch ,angenehmer beschäftigt sind, als in der Religionsschule, sei es durch Tanz, Musik, Turnen, Betrachtung von Sehenswürdigkeiten u. dgl." Außerdem klagt der Bericht über Mangel an Ausdauer und erzählt unS, wie viele pflichttreue Eltern ihre Söhne kurze Zeit vor der Bar-Mizwoh, statt sie von Studiosen der Medizin unterrichten zu lassen, nach der Reltgionsschule schickten, dort die von dem Dirigenten Hrn. Dr. Rosin ״aus freien Stücken privatim vorgenommene Unterweisung in dem Erforderlichen" genießen ließen und dann nach der Vollendung des 13ten Jahres sie plötzlich der Anstalt wieder entzogen. Wir wollen mit den besten Segeuswünschen für die Anstalt, welche jetzt 96 Knaben und 70 Mädchen in je 4 Claffen zählt, unfern-Bericht schließen und nur noch den frommen Wunsch hinznsügen, daß es den mit Mühe und Eifer wirknden Lehrern der Schule gelingen möge, diese, so wie noch mehrere in dem Bericht nicht erwähnten Schwierigkeiten zu überwinden. Die Schüler und Schülerinnen, welche den Cursus bereits durchgemacht und sich genügende Kenntniß in der Religion angeeig-