Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Erster Bericht des Unterstützungscomité's zu Amsterdam über die bis jetzt für die von Hunger bedrängten nothleidenden Glaubensbrüder in Palästina bei demselben eingegeangenen Spenden und deren Verwen
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 347 (sequence 7)
- Language
- German
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299 Ttgernatur, in die Hochzeitsstube eindringend, über einen Inden her, fing mit ihm muthwillig Händel an, erdolchte ihn an Ort und Stelle, und Verwandelte so dieses unschuldige Trauungsfest in eine Bluthochzeit. Der Mörder wurde nach mehrtägiger Haft freigelaffen. Heilte Nachts wurde ein armes jüdisches Häuschen von Mördern überfallen, eine alte Frau niedergedolcht und ihre Tochter todtlich verwundet. Noch hat sich keine einzige Polizeiperson eingefunden, um diese schauerliche That in Allgenschein zu nehmen. (Wandr.) Triest. Bei der allgemeinen Kalamität, die unsere Stadt seit fast fünf Monaten heimgesucht, hat sich die artistisch Literarische Sektion des Oestreichischm Lloyd's eines besonderen Glücks erfreut. Von den mehr als vierhundert Personen, aus welchen sie, die Familien mit eingerechnet, besteht, erlag Keiner der tödtlichen Krankheit, und diejenigen, welche, und zum Theil in höchst bedenklichem Grade, von ihr ergriffen worden, genasen Me vollständig. Nächst Gott verdanktell sie dieses besondere Glück der ausgezeichneten Tüchtigkeit und der meisterhaften und unablässigen Fürsorge, mit welcher der Arzt dieser Sektion, der rühmlichst bekannte Doktor Saul Formiggini, ein Jsraelite, vom Beginne der Cholera-Seuche an jeder die Gesundheit und das Leben der seiner ärztlichen Fürsorge anvertrauten so zahlreichen Sektion bedrohenden Gefahr zu begegnen wußte. In dem frohen Gefühle, der Kunst und dem Eifer ihres Arztes die hohe Achtung und die lebhafte Dankbarkeit bezeugen zu können, welche ihm alle Glieder dieser Sektion vom Ersten bis zum Letzten zollen, beschloß die Sektion ihm ein meisterhaft gearbeitetes, werthvolles silbernes Tisch besteck zu überreichen, welches auf einer silbernen Platte die Inschrift trug: Dem ausgezeichneten Doktor Saul Formiggini, Arzt der aristisch-literarischen Sektion des Oesterreichischen Lloyd, die Angestellten dieser j Anstalt, in dankbarer Anerkennung seiner eifrigen und glücklichen Kuren, während der Cholera-Epidemie im Jahre 1855, welcher, Dank der göttlichen Fürsehung, Keiner von ihnen zum Opfer fiel, dieses Zeichen der Achtung und der Dankbarkeit. (Dal Diavoletto.) Parma. Der Doktor Gabriel Sacerdoti, Arzt des für die Cholera-Kranken errichteten Hospitals, hat auf edelmüthige Weise den ganzen Betrag der ihm von der Regierung für seine gewissenhafte und eifrige Dienstleistung angebotenen Honorare (650 L.) an die Armen vertheilen lassen. (Graz. di Parma.) Argau. Die benachbarten Juden zweier Gemeinden dieses Cantons sind soeben emancipirt (?) worden. Sie können liegende Güter außerhalb dieser beiden Gemeinden kaufen und besitzen, sie können Leih- und andere Geschäfte mit Christen ohne Anwesenheit des Friedensrichters abschließen, Alles Dinge, die ihnen zufolge des Gesetzes von 1809 verboten waren. Es ist dies ein reeller Fortschritt. . (rEduc. lsr.) Algerien. In der Stadtmauer von Algier bemerkt man bei dem Thore Babal-Oued auf einer in dieselbe emgemauerten Marmorplatte eine Inschrift. Diese erzählt, daß Simon Durand, im Jahre 1391 ans Spanien