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Jeschurun · 1856-03-01 · Heft 6 (März 1856) · p. 341

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Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 6 (März 1856)
Article
Erster Bericht des Unterstützungscomité's zu Amsterdam über die bis jetzt für die von Hunger bedrängten nothleidenden Glaubensbrüder in Palästina bei demselben eingegeangenen Spenden und deren Verwen
Date
1856-03-01
Page
341 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Ieschururr. Zweiter Jahrgang. Erstes Beiblatt z«», Februarhest. Ausgegeben den 1. Februar 1856. Zn dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Frankfurt. Das־ Frankfurter Journal enthält den folgenden Hülferuf aus dem heiligen Lande, zu dessen Verbreitung wir auch unsererseits durch diese Blätter beitragen möchten. Möge er die verdiente Beachtung finden und den harrenden Brüdern aus Bruderhand bald die rettende Hülfe werden. Hülferuf aus dem heiligen Lande an alle unsere jüdischen Brüder in Europa- Wenn es je einen Zeitpunkt gab, in welchem wir, nächst Gott, auf die Hülfe unserer europäischen Brüder hingewiesen sind, so ist es der gegenwärtige. Die Noth, die uns umgiebt, steigt mit jedem Tage und schreit laut um Hülfe. Schon sind wir seit Jahren an steigende Themung gewöhnt; allein in diesem Jahre haben Kriegsereignisse und Natur-Calaniitäten — es ist uns der Regen ausgeblieben — die Quelle der Lebensmittel in einem Grade versiegen lassen, daß uns alle Schrecken der Hungersnoth drohen. Um mehr, als das Doppelte ist das Mehl, um mehr, als die Hälfte das Oel — diese beiden Hauptnahrungsmittel der ärmeren Klasse — seit wenigen Tagen gestiegen. Schon wandeln Menschen als halbe Leichen in den Gassen, schon müssen Schulen fast geschlossen werden, weil die Eltern den Kindern das Morgenbrod nicht zu reichen vermögen, — von Liberias her droht uns die Cholera — und wir gehen einem Elende entgegen, das alle Vorstellungen übersteigt. Wir ergreifen diesen Weg, um unfern Brüdern in Europa Kunde von unserer Noth zu geben. Mögen sie sich der hungernden Männer und Frauen, der hungernden Kinder und Greise, der hungernden Wittwen und Waisen im heiligen Lande erbarmen und nicht zögern mit ihrer Hülfe, dem die Geißel des Hungers kennt keinen Berschub. Die Wege, uns Unterstützungen zukommen zu lasten, liegen ja nahe. Die Central- und Zweig-Comits's für die dem heiligen Lande zugewandte Wohlthäiigkeit werden ja überall gerne bereit sein, Spenden zur Linderung dieser Noth entgegen zu nehmen.

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