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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Wien : 6. Dez. [Nachricht]
Date
1856-01-01
Page
246 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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246 der Ausführung des Concordates zu Werke gehen wird, desto sicherer und widerstandsloser tritt sie in den Besitz ihrer unumschränkten Herrschaft ein. Man spricht davon, daß ein Geistlicher beantragt habe, den Juden die Feier des Weihnachtsabends zu untersagen, welcher gemüthliche Mißbrauch von Wielen israelitischen Familien der Kinder wegen geübt wird. Das Rechts sich in Steiermark niederzulassen, ist ihnen mit Berufung darauf, daß die Verfassung im Jahre 1851 aufgehoben sei, von Neuem rechtskräftig verweigert worden. - (Nat-Z.) Am 1. d. M. wurde an der Börse annoneirt, daß für den Besuch der Börse , pro 1856 eine Karte gegen Erlegung von 20 oder 50 fl. zu lösen fei. Die gedruckten Anmeldezettel enthalten unter den auszufüllenden Rubriken auch die ״Religion!" (Wes.-Z.) Wien, 25. Dez. Zur Beleuchtung derconfession eilen Zustände der Residenz sind wir heute in der Lage, einen nicht munteressanten Beitrag zu liefern. Schon vor einem Jahre wurde die .israelitische Cultusgemeinde aufgefordert, für ihre Glaubensgenossen eine besondere Volksschule zu errichten, indem das Bedürfniß hierzu vorhanden und die israelitische Jugend sonst angewiesen wäre, den-Unterricht in katholischen Volksschulen zu empfangen. Sonderbarer Weise hatte die israelitische Cultusgemeinde gegen diese, von höheren Orten erflossene Weisung remonstrirt, und sie bat, daß die bisherige Uebung beibehalten und der israelitischen Jugend gestattet werde, katholische Schulen zu besuchen, da die Gemeinde nicht in der Lage sei, eine besondere Unterrichtsanstalt zu errichten und auch die Verhältnisse nicht geeignet wären, den- Zweck einer solchen Maßregel zu erfüllen. (! Red.) Neuesten^ wurde nun wieder die Verhandlung ansgegriffen und der Cultusgemeinde zur Pflicht gemacht, eine besondere Schule zu errichten. Die Regierung sprach sich dahin aus, daß es nicht, die Aufgabe der Volksschule sei, die aus der Verschiedenheit der Confessionen entstehenden Dissonanzen auszugleichen, sondern daß der ganze Unterricht der katholischen Schulen eine bestimmte Anschauung an sich trage und daß. letztere nur geeignet sei, in die israelitische Jugend Eindrücke zu verpflanzen, welche dazu dienen könnten, letztere in ihren religiösen Begriffen irre zu machen und den religiösen Jndifferentismus zu fördern. Sie. besteht daher daraus, daß für die israelitische Jugend eine besondere Schule errichtet werde. (F.J.) Erlangen, 25. Dez. Unter den Lehrern der hiesigen Universität befindet sich ein Jsraelite, Dr. Herz, ein ebenso kenntnißreicher als glücklicher Arzt und talentvoller Lehrer, welcher seit 1849 alsProfessor perwendet ist. Obwohl diese Stelle überall Anwartschaft-aus eine außerordentliche Professur-oder Verwendung im Staatsdienste als Gerichtsarzt gibt, so ist dies doch nicht bei dem allbeliebten, so uneigennützigen Dr. Herz der Fall, der nicht einmal die Rechte eines Privatdozenten, obwohl er Cvllegien liest, haben kann, weil er ein Jude ist. An anderen Uni-

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