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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 195

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Teweth
Date
1856-01-01
Page
195 (sequence 11)
Language
German
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Aus Jerusalems letzten Tagen. 198 in Lüge, und sie bestärken nur die Bösen, daß Keiner von seinem bösen Wandel umkehrt, und sie mir Alle wie Sodom und ihre Bewohner wie Amorah worden — — von Jerusalems Propheten ging Entartung aus über das ganze Land. O, höret nicht auf die Worte der Propheten, die euch predigen; mit Nichtigem füllen sie euch; ihres Sinnes Eingebung reden sie, nicht aus Gottes Mund. Predigen, predigen meinen Verächtern: Gott hat Euch Friede» verheißen z und zu Jedem, der im Dünkel seines Herzens wandelt, sagen sie: Euch kommt nichts Böses! Wer von ihnen hat gestanden im Rathe Gottes, daß er schaue, daß er höre sein Wort? Wer von ihnen auf sein Wort gehorcht, daß cr's vernommen? Seht! zürnend bricht Gottes Sturm hervor, und schon sammelt sich der Sturm, auf das Haupt der Bösen wird er sich entladen. Gottes Zorn hört nicht auf bis er's vollbracht, bis er die Gedanken seines Herzens vollführt; am Ende der Tage werdet ihr euch vollends darin begreifen. Ich habe die Propheten nicht gesendet und sie liefen, ich habe zu ihnen nicht gesprochen und sie haben doch in meinem Namen verheißen — hätten sic in meinem Rath gestanden, so würden sie meinem Volke meine Worte predigen und würden sie zurück rufen von ihrem bösen Wandel und von dem Bösen ihrer Handlungswcisen. Bin ich denn nur des mir Nahebleibenden Gott, spricht der Herr, und nicht auch Dessen Gott, der mir in der Ferne bleibt? Es könnte sich irgend Jemand verbergen, daß ich ihn nicht schaute, spricht Gott, — fülle ich denn nicht die Himmel an und die Erde, spricht Gott? O, ich höre es, wie die fälschlich in meinem Manien verheißenden Propheten sprechen: mir hat eine Idee geträumt, eine Idee geträumt! Wie lange soll dies Unwesen dauern? Kvmmt's denn auf den Sinn des Lügen predigenden Propheten an? Ist man denn Prophet, wenn man die Täuschungen des eigenen Herzens predigt? Mit ihren Träumen, die sie sich gegenseitig mittheilen, vermeinen sie bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen, wie ihre Väter meinen Namen über den Baal vergaffen. Hat einem Prophet etwas geträumt, so erzähle er's als Traum; wem aber mein Wort geworden, der rede mein Wort in Wahrheit; was soll die Spreu bei dem Korn, spricht Gott. Ist doch wie Feuer mein Wort und wie ein Hammer, der den Fels zerschlägt. Darum komme ich über die Propheten, spricht Gott, die, was sie als meine

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