Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Deutschland. Hamburg [Nachricht] / C. B.
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 177 (sequence 1)
- Language
- German
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Zweiter Jahrgang. Ausgegeben den 1. Dezember 1855. In vicscS Beiblatt wewci, Inierate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum aufgenomme». D e u t i d) t <1 n d. H ain bürg, 16. Nov. Gestern eröstnetc Herr Mertens, Besitzer des grosien^uöwandererhüuseS in der Steinstraße und ehemaliger Proviantmeisi^^Wer weiland deutschen Flotte, die zweite Spcise-Anstatt nach Egestorff'schem Muster. Der Andrang war sehr stark, und t« Zeit von 3/* Stunden waren 568 Portionen vertheilt. Die Speisenden gehörten zumeist dem Gesellenstande an. Eine dritte Speise-Anstalt werden die Herru Fries und Meyer, die am 6. d. M. schon eine in der Reumannsftraße eröffnet b«bMp-MWM«triMnquar1ler zu St. Pauli kröffnen, und die vierte wird von einem Israeliten inS Leben gerufen wer» den, wo die Küche und die Zubereitung der Speisen ganz den jüdische« Speisegesetzen gemäß eingerichtet werden soll, damit auch Israeliten diese billige Speiseanstalt freguentiren können. — Der hiesige israelitische Hüls-- verein für billige Lebensmittel hat am H. d. seine Thätigkeit eröffnet und mit sehr gutem Erfolg fortgesetzt. 666 israelitische Familien mit ca. 3400 Seelen frequentiren diesen Verein und erhalten von demselben 10 Pfund reines ausgebackenes Roggenbrod mit 4 Schillinge ( Z Silbergroschen) billiger als beim Bäcker, das feinste Weizenmehl mit 1*/, Schillinge das Pfund billiger und iw gleichem Verhältnis Bohnen, Erbsen, Linsen und Reis. Während dieser Verein mit sehr beschrankeen Mitbel» so wohlthätig wirkt, rührt sich der große allgemeine Hülfsveret» von 1847 und 1853 noch gar nicht, obwohl derselbe über reiche Mittel (über 70—80,000 M. Baneo) zu ^disponiren hat. Am Jahre 1853 wartete derselbe auch, bis die Theurung aller Lebeusmittel den höchsten Grad erreicht und der kleine Mann den letzten ersparten Schilling für Lebensmittel ausgegeben batte. (K.J.) Aus Mecklenburg, 16. Nov. Unsere Regierung hat sich zu eine» Arte des Hortschriteö in Bezug auf die Behandlung der Juden entschloffen. Im Jahr 1844 wurde nämlich auf Antrag der Juden selbst jbic Anwendung veralteter Formen bei jüdischen Eidesleistungen aufgehoden. Da man inzwischen in allen sonstigen Beziehungen von der Gesetzgebung des Jahres 1848 wieder abgegangen ist, so nahmen unsere Richter auch diese Aufhebung als rückgängig gemacht an. In diesen Tagen