Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1855)
- Article
- Kislew
- Date
- 1855-12-01
- Page
- 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblqtt zur Förderung jüdischen Weiffetz und jüdischen Lebens^ tn Haus, Gemeinde und Schule. Nr. III. S8L6 Zweiter JahrgaAg. Dix L Ghanuckah. 1. 2)ie erste Channckah, die erste Tempelweihe war im Frühling. Es war auch Israels Frühling, Israels Jugend. Es war noch der ״Jüngling", dm Gott sich ״zum Sohne", aus Mizrajim gerufen. Es ging seinem ersten Geburtsfeste entgegen, das erste Jahr seiner Freiheit lag hinter ihm. Und welch ein Jahr! Durch Israels Frühling ziehen die Wetter der kämpfenden Elemente. Nur unter Gewittern lost sich der Somwer gns den Umarmungen des starren Winters. Nur unter Kämpfen, inneren und äußeren Kämpfen, scheidet Israel, der freie Gottcö-Jüngling, ans der geknechteten, hinsterbendcn Menschheit, entwickelt sich Israel zum freien Gottesmann. In deit Wettern, die durch Israels Frühling grollen, verkünden sich schon alle die Kämpfe — die innern — die äußern, die seiner in langer Zeitenwanderung harren. In der Wüste, durch welche jetzt noch der geduldige Fuß der Kameele den staunenden Wanderer trägt, durch welche bald vielleicht das Dampfroß auf eisernen Bahnen fliegt, tn der Wüste, wo noch der Sandflug, wie vor Jahrtausenden die Karawane schreckt, wo noch die Palmoase grünt, wo Israels Stämme einst an Gottes Bäche» s