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Jeschurun · 1855-11-01 · Heft 2 (November 1855) · p. 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 2 (November 1855)
Article
Sterblichkeitsverhältnisse der jüdischen Bevölkerung Frankfurts [Rezension]
Date
1855-11-01
Page
113 (sequence 11)
Language
German
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©Ott Dr. med. de Neufvtlle. 113 Gleichwohl glauben wir uns noch nach einem anderen Faktor für die Thatsache der günstiger» Sterblichkeitsverhältnisse der Jude» umsehen zu müssen. Denn — wenn auch vielleicht nicht in einem solchen Grade — die geringere Sterblichkeit der Juden ist auch unter bei weitem ungünstigem Vermögensverhältniffen beobachtet worden und hat sich im großen Ganzen so auffallend herausgestellt, daß sie in dunkeln Zeiten fanatischen Wahnes diese Gunst der Sterblichkettszahlen mit dem Jammer der Brunnenvergiftungs-Verfolgungen bezahlen mußten. Wir glauben aber diesen belebenden, Leben schützenden und Leben erhaltenden Faktor in dem das ganze Leben regelnden Religtonsgesetze der Juden zu erblicken. Wohl sind wir weit entfernt, irgendwie Sanitätsrücksichten als Motive der göttlichen Gesetze auch nur da anzuerkennen, wo sie unmittelbar die Regelung der leiblichsten Beziehungen der Nahrung und des geschlechtlichen Lebens zum Gegenstände haben. Zu entschieden sprechen sie auch da ausdrücklich ethische Reinheit als ihren Zweck, ethische Verkommenheit als Folgen ihrer Nichtachtung aus, zu entschieden widerspricht eine nähere Vertrautheit mit den Detailbestimmungen dieser Gesetze einer jeden Erklärung aus Sanitätszwecken, als daß wir nicht eine jede solche Annahme als irrig zurückweisen mochten. Allein es kann gleichwohl nicht fehlen, daß diese das Geschlechtsleben und die Nahrung aus ethischen Rücksichten regelnden Gesetze sekundär auch von entschieden heilsamer Wirkung für die leibliche Gesundheit und die Lebensdauer ihrer Beobachter sein müssen. Denn ein Gesetz, mit welchem der Schöpfer des Menschen selbst das ganze leiblichgeistige Leben desselben regelnd bestimmt, dem Menschen, nicht nur dem schon gewordenen, sonderm dem erst werdenden, schon in seinem Keime prophylaktisch begegnet »nb ihn sodann auf allen Entwickelungsstadieu seines leiblich-geistigen Daseins vorsorglich begleitet; ein solches Gesetz aus den Händen des Menschen schöpfers selbst, wenn es auch in erster Linie zunächst die ethische Gesundheit erzielt, ist sicherlich so durch und durch auch der leiblichen Natur des Menschen, ihren Anforderungen und Entwicklungsgesetzen gemäß, daß es in zweiter Linie sicherlich auch für die leibliche Gesundheit sich als ein ״Baum des Lebens" bewähren muß. Und wenn auch das zeitgenössische Geschlecht in Beobachtung dieses göttlichen Lebensgesetzes

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