Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 76 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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7S trägt und alle Opfer leistet. Man öffnet ihm den Tempel mit beiden Flügelthüren wenn er seine Tochter verheirathen will, man läßt sein Kind zur Consirmation zu; er kann sich zum Sepher aufrufen lassen, wenn es seinem Stolz oder seiner Laune gefällt; er kanndas Kaddisch für die Hingeschiedenen Eltern beten; man gewahrt ihm die religiösen Ehren, wenn er stirbt — sollte man alle diese Rechte und Privilegien nicht Jedem versagen dürfen, der sich nicht faktisch als Theil der Gemeinde bewährt, der durch die verweigerte Beilragsbetheiligung sich selbst von der Gemeinde ausschließt? (HJ. J.) Holland. J. Anfangs October 1855. Aus unfern religiösen Lebenskreisen ist wenig Erfreuliches zu melden. In wie Vieler Brust auch die Mängel gefühlt werden und die Sehnsucht nach einer Bessergestaltung und Neubelebung lebendig ist, so bleibt doch Alles nur Schmerz und Sehnsucht. Das Leben geht im gewöhnlichen Geleise und die Mehrzahl zählt die Sorge und das Streben für das Gedeihen unserer gesammtheiligen Interessen nicht mit zu der Aufgabe ihres Wollens und Strebens. Für heute daher nur einige statistische Notizen: In der Budgetvorlage der Staat saus gaben für 185 6, durch die Regierung den General-Staaten vorgelegt, stehen folgende Summen für die religiösen Angelegenheiten der Israeliten: 1. Für die Hauptkommission . . . fl. 3886. 2. Bureau-Kosten ...... ׳ .438 ״ 3. Reisekosten........ 500 ״. 4. Oberrabiner. — Wittwen u. s. w. 9925 ״. 6. Theologischer Unterricht .... 16500 ״. 6. Synagogen, Religionsschulen u. s. rv. 3500 ״. Total fl. 35,750. Die dahin gehörige Staatsausgabe für 1854 war 32,950 ״. Es wird also jetzt eine Mehrausgabe beantragt von fl. 1,800. Herr I. Cohen, Advocat zu Affen (Prov. Drenthe) ist vom Könige als ״Substitut-Offizier" bei dem Kreisgericht zu Cjoes (Prov. Zeeland) berufen worden. Bemerkenswerth ist es, daß in Niederland das Personal der vom Könige angestellten Beamten mehr Juden zählt, als man nach Verhaltniß der jüdischen Bevölkerung erwarten dürfte. Lassen Sie mich noch mit Bedauern erwähnen, daß eine bereits vor drei oder vier Jahren angekündigle neue, verbesserte und mit neuen Bemerkungen vermehrte Ausgabe der schönen משניות aus der Proopsffchen Offizin bis jetzt nicht erschienen. Die Approbation der holländischen Rabbinate ist dafür schon längst. ertheilt, gleichwohl ist's bis jetzt unterblieben. Ob die bedeutenden Kosten, oder die vielen im Auslande erschienene Ausgaben, oder am aller wahrscheinlichsten der spärlicher gewordene למור התורה daran Schuld ist — Leider: לא לדזכמים לתת ולא לעשירי׳ תבונה — —