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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 619

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Elul
Date
1855-09-01
Page
Seite 619 (sequence 3)
Language
German
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Schofar und Sclicholh. 61V Augenblick arbeitet mit an dem Bau aller kommenden Aconcn. WaS der nächste Augenblick zur Reife bringen soll, muß im gcgenwärtigen gcsäet sein. Was einst alö Heileöfrucht sich entfalten soll, muß als Segenssaatkorn keimen. Nicht der Zufall wirft der Zukunft Loose. DaS allmächtige Gefühl beherrscht ein Zcdeö: in jedem Augenblicke liegt die volle Ewigkeit, darum crgrcift'ö mit der Vollkraft seiner Energie und füllt mit dem Ernste der Ewigkeit den flüchtigen Augenblick der Gegenwart aus. Daö fühlt ein Zcdeö. Nicht selbstsüchtig selbständig geschiedene Millionen füllen daö Weltall auö. Dem Ganzen gehört daö Kleinste an und dem Kleinsten gehört daö Ganze, גיאות נושאות והן נשואות, Alles trägt und wird getragen, in jedem Kleinste» ruht daö Ganze, überall ist der Mittelpunkt der Wesen, und den Pulöschlag dcö Welthcrzens hörst du überall. Jedes arbeitet am Heil deö Ganzen und zugleich am eigenen Heil. Wer dcö Nachbarö Heil zerstört, ״gräbt zugleich daö eigene Grab. Nichts ist gering, njchtö gleichgültig, nichts verächtlich, Alles wirkt und wirkt inö Unendliche weiter. In jedem Kleinsten liegt deö Weltalls Ernst. Und darum füllt auch dieser Ernst daö Kleinste. Die ewigen Welten gehen nicht mit größerem Ernste ihre Bahn, alö die kleinste Eintagsfliege ihre Spanne erfüllt, und, als gälte cö deö Weltalls Heil, löset Jetcö mit der vollsten Energie verliehener Kraft die kleinste Seite dcö kleinsten, »»beachteten Berufs. Ucberall wohnet der Ernst — und nur der Mensch soll der ,הנ!אה, soll dem Ungefähr deö Leichtsinns huldigen, soll den ganzen Ernst verkennen, der auf jedem seiner Schritte ruht, soll Gedanken, Gefühle, Genüsse, Worte Thaten mit blindem Wahnsinn in den Schooß der Zukunft streuen, soll ganz vergessen, daß der leiseste Gedanke nicht spurlos, folgloö in seinem Geist verweht, soll mit seinen Jahren, Monden, Wochen, Tagen, Stunden spielen, alö ob nicht jedem Augenblick die Ewigfeit gehört, — soll des Anspruchs lachen, den daö Weltall an jeden seiner Schritte hat, — soll der Zukunft spotte», die er sich selbst mit jedem seiner Schritte baut??< Nein! Nein! Nein! Wenn sich daö Jahr zu Ende neigt, wenn Alles an daö Ende denkt, wenn Alles daö Ziel der Vollendung lockt, wenn Alles mit der noch verliehenen Minute geizt, wenn Al» les den Ruf cher Zeit vernimmt, — dann ruft auch Israel sich wach. Der Schofar tont und mahnt, — daß bald deö Herrn Sckoso*

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