Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 12 (September 1855)
- Article
- Elul
- Date
- 1855-09-01
- Page
- Seite 617 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens, in Haus, Gemeinde and Schule. Nr. XII. Schofar und Selichoth. i. Der Sommdr endet. Die, letzte Gluth empfängt di« Erd« und Allcö strebt Vollendung a». Alles Wachsthum, olles Leben sucht begierig im letzten Strahl die Reife, die das Jahr ihm bringen kann. Im letzten' Purpur rvthetsich der Apfel, zintt letzten Feues erglüht der Wein. Die letzte Fülle sucht die NahruUgSknolle in dcs Erde, die letzte Fülle das Kornim Ackerfeld. De» letzte» Honig sucht die Biene im bald vcrfchwiadendeu Blumenkelch. Das letzt« Körnlein trägt der Hamster in scincö WintervorrathS Ban. Denletzken Halm trägt die Schwalbe für ihre Wiederkehr zum Nest. Alles eilt. Es winkt das Ende. Bald ruft der Meiste». Geworden will Jedes sein, was es werden konnte. Geleistet will Jedes haben, waS es leisten konnte. Will nicht Mit Stückwerk, mit halbvolleiidctcr Arbeit, nicht mit verfehltem Jahreödasein vor feinen Meister, kommen. Der Wurm, der Käfer, das Thier, der Vogel, des Halm, VaS Kraut, der Kern, die Frncht, Alles strebt „zu erfüllen' den Willen des Meisters , z»r vollbringen, wozu Er'S gesendet" — — und im Kreise des Menschen dürfte die Nachlässigkeit, die Halbheit,' die Verkehrtheit wohnew, dürste die Gedankenlosigkeit heimisch wer«