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Jeschurun · 1855-08-01 · Heft 11 (August 1855) · p. 607

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 11 (August 1855)
Article
Aus Oberschlesien
Date
1855-08-01
Page
607 (sequence 1)
Language
German
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T Aus Gbrrschlesten. Ende Mai 1355. Der religiöse Geist in Oberschlcsien ist seit kurzer Zeit ein anderer geworden, als wir ihn vor und nach 1848 zu beobachten Gelegenheit hatten. Denn während auch hier in einer.Periode die Sucht nach zersetzenden Neformen und Abstreifung des jüdischen Lebens vorherrschend war, hat sich in jüngster Zeit diese Sucht nicht allein um Vieles gemildert, sondern cö hat anderseits die Erhaltung des Heiligen Platz gegriffen, und die Furcht es könne »och schliinnicr werden, hat um Vieles nachgelassen. Ob die Schuld des früher schlecht Gewesenen oder das Verdienst deS jetzt besser Werdende» unser» Rabbinen zuzuschrcibcn ist, daS ist der Zweck dieses Schreibens nicht, denn hier wollen wir bloß mittbeilen, was für Umwandlung im Geiste deS Volkes stattgefunden, wenn sich auch hieraus folgerichtig schließen lassen wird, daß die Erkenntnisi hierzu im Gemüthe Einzelner entstanden ist, die nicht Rabbiner sind. Referent gehl nun zu cinzelne» Thatsache» über, weicht aber von der Regel בקט! החל und beginnt mit der größten Gemeindc ObcrschlcsicnS, nnt Gleiwitz. Gleiwitz hat sich seit 1848 um'ö Doppelte vermehrt; cS zählt heute fast 300 Gemeinde-Mitglicdcr. Die CorporationSrechtc hat Gleiwitz nach unserem Wissen zuerst erhalten, und hat sich auch zuerst als ״Shnagogcn-Gemeinde" constituirt. Die Wahlen fielen zur größten Zufriedenheit aus. An die Spitze der Verwaltung traten Männer der Erfahrung und des besten Willens. Die Anstellung der Beamten hat keine Schwierigkcit gemacht. Der Rabbiner hatte einen Contract auf Lebenszeit, der Cantor bekam eine» solchen; und Schächter und Synagogcndiener provisorisch im Amte. Und die Schule? Die Schule ist es eben, verbliebcn die ich zum Gegenstände meines heutigen und wahrscheinlich auch des ferneren Berichtes machen will. Die Wichtigkeit der Schule ist vom Vorstande anerkannt worden. Der Vorstand erkannte an, daß die frühe Entziehung der Kinder dem hebräischen Unterrichte sie gleichsam dem jüdischen Leben entzieht.

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