Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 7 (April 1855)
- Article
- Zu den Angelegenheiten der Juden in der Türkei [Nachricht]
- Date
- 1855-04-01
- Page
- 405 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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L* i l&i Ausgegeben den 15. April 1855. 5^■ י v ' . ־ .Zn dieses Beiblatt werden Inserate zu n kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Lu den Angelegenheiten der Juden in der Türkei. Wir haben im ersten Bciblalte zum Aprilhefte eines türkischen FermanS gedacht, der, nach den in verschiedenen Blättern, zuerst von den ^rcliives 18ra61it08, gegebenen Mittheilungen, den jüdischen Frauen eine Aenderung ihres bisherigen Kopfputzes vorschrciben soll, und haben im Interesse der Religionsfreiheit überhaupt und der jüdischen insbesondere, die den jüdischen Angelegenheiten in der Türkei nahestehenden Persönlichkeiten zur Beseitigung eines jeden Scheins von Bethcilignng an einer solchen gewaltthätigen Maßregel, insbesondere aber zum kräftigsten Schutz der NcligionS- und Gewissensfreiheit ihrer Brüder im Orient anfrufen zu müssen geglaubt. Herr T. Albert Cohn in Paris, dessen menschenfreundliche Bemühungen um das Wohl unserer orientalischen Brüder so rühmlichst bekannt sind, hatte hierauf die Güte, uns in einem Schreiben vom 1. April mitzutheilen, daß er nicht nur persönlich einem jeden solchen die religiöse Autonomie unserer Brüder gefährdenden Eingriffe fremd sei — eine Erklärung die für Alle, die seine bisherigen Bestrebungen kennen, überflüssig sei, da er stets selbst bei seiner Errichtung von Schulen ausdrücklich einen jeden zwingenden Einfluß zurückgewiesen - sondern daß ihm überhaupt von der Sache nichts bekannt sei und er an die ganze Existenz eines solckcn Fermans ..icht glaube. In einem spanisch-hebräisch geschriebenen, אור ישראל genannten Blatte sei nur, wie er sich erinnere, erzählt worden, der neue Chacham- Baschif um die Gehässigkeit, die auf dem Kopfputz der jüdischen Frauen in Constantinopel lag, zu beseitigen, habe denselben Kopfputz, den die jüdischen Frauen in Smyrna, Salonichi, Alexandrien u. s. w. tragen, vorgeschriebcn und seine eigene Frau habe das Beispiel gegeben. Von! einem derartigen Ferman jedoch wäre dort nichts erwähnt. Herr Cohn 1 beabsichtigt jedoch noch unmittelbare Erkundigungen einzichen.; Indem wir Herr Cohn für diese gefällige Aufklärung freundlichen : Dank zollen, beeilen wir unö dieselbe unfern Lesern mitzutheilen, und 1 sehen den ferneren gefälligen Mittheilungen über diese Angelegenheit gerne \ entgegen. <