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Jeschurun · 1855-03-01 · Heft 6 (März 1855) · p. 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 6 (März 1855)
Article
Jüdische Skizzen aus Berlin
Date
1855-03-01
Page
344 (sequence 6)
Language
German
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344 Jüdische Skizzen aus Berlin. durch das bitter des fremden Kirchhofs, dort unter den Gräbern der Fremde::,. dort unter den Gräbern Derer, dir ibm, dem Großvater, noch die Mensckenreckte verweigerten, dort das Grad des eigenen Enkels suchen — ״Felir, Felir, Mt — dort V. Warst du denn glücklich, Felir? Hat denn dir Täusckmug dich glücklich gemacht'^" Und. vorn Grade des MosiSen.kels, der mit fernen unsterblichen Tonblütbei: den Paulus gefeiert und mitten in der noch bobern Verberrlichung des Meisters ver« blichen, tönen nieder obne Worte, derrerr Jeder f c t n e n Tert unterlegt, deren wab reu Tert aber nur der Geist des feinen Enkel suchenden Großvaters verstebt. Oder ich zeigte den Stadtratb dir, der noch allnächtlich als selbstbevollmächtigter Abgeordneter jüdischer Hausväter auf dem Grade des Prodstes der Billigung der größten Redens lüge darret, die jüdische laroe init der christlicheil vertauschen, mit' weil sie den jüdischen Namen nicht mebr zu trage!: vermöchten odne Inden zu sein nun den christlichen Namen annedmen zu dürfen obne Ubristeu zu sein. Dort wandelt er bin alle Nacht und seht sich nieder ans das Grad, lurd wird so walldetn und sich niedersedei: bis die Gräber ibre Todten wiedergeben und das hbristentlmm selbst die ewige Wabrbaftkeit des Iudentbnms für den Juden anerkannt. Oder ich füdrte dich in den Kreis der lebendigen, zu den Schl>m:!l:e:׳stärten der ״Genosseuscknrfr", dieser geistigen Erden jenes Stadtratbs une zeigte dir wie sie, ״zwischen die Särge ihrer Väter lurd die 'Wiegen ihrer Enkel gestellt, das Iudentbnm ihrer Väter in den Wiegen ibrer Enkel eingesargt, — — oder zeigte dir die große Masse der Schwankende::, eenen es doch zu schwill wird unter der ganzen Maske unD die ihr An gesicht nur bald verlarven, die Alle den unendlichen Jubel une Glanz und die prächtige Krödlichkeit der neuen Jetten vor ben Leuten glücklich preisen und doch in stiller Kammer vor den freundlich biedern Bilder!: ibrer Almen stille stehend seufzen: wer giedt u::s eure alte Heiterkeit und euren fröhlichen Humor wieder, mir denen Ibr alle die große:: Widerwärtigkeiten, die Euch im leben :ungaber: beiter ertrugt, — wir aber können bei aller lustigkeit des lebcus — nicht lachen! * Ich aber stehe zurück und warte meine Ieit ad. Noch lebt in Allen, wie tief auch versteckt, der jüdische Kern. Er ist verhüllt, er ist unterdrückt, aber er ist nicht ertödtet, erloschen. Er erwacht einst wieder, besteht den Kampf mit der lüge des lebens --und ringt sich zum Siege. Daun kebrt die Wabrlwit wieder in's jüdische leben, und dann findet auch der heitere Purimhumvr seine Stätte wieder. Du aber gehe hin und erzähle es den Deinen! — — — — ״Meduschatbi uwen gvrni!" was mir der Purimhumor im Fieber anvextraut, habe ich euch nüchtern getreulich wiedererzählt. -0־0-0-0$-0►

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