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Jeschurun · 1855-03-01 · Heft 6 (März 1855) · p. 338

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 6 (März 1855)
Article
Jüdisches Gemeindewesen
Date
1855-03-01
Page
338 (sequence 23)
Language
German
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338 Jüdisches Gemetndewesen. sichern Instinkt wie die Liebe. Sie wissen es, daß wenn die Thorah wieder im Volke erwacht, die Thorah wieder ״in Jeschurun Herrscher wird," es dann mit ihrem Regimente zu Ende geht. Und weil sie dem ״Laien" nicht, wie das wohl in andern Kreisen geschehen, das Studium der Thorah verbieten können, so suchen sie es demselben so viel als möglich zu verleiden, suchen ihm das geistige Erbe seiner Väter, die geistige Arbeit der jüdischen Jahrtausende verächtlich, oder durch den Unterricht seiner Jagend unzugänglich zu machen, damit das ״Laienvolk" gar nicht zum Bewußtsein seiner großen heiligen Pflichten und seiner unveräußerlich heiligen Rechte komme, damit es gar nie die Herrlichkeit des ihm von seinen Vätern überlieferten Schatzes von Angesicht zu Angesicht schaue und der Lüge Glauben schenken müsse, die ihm die Väter als Jmpostoren, und ihren Schatz als unächt, und nur die wenigen Splitter als in dem Schutt des antiquirten Gerölles von ihnen aufgefundene ächte Perlen zu schiloern beliebt, die sie aus dem ewigen Lebensborne der Wahrheit dem ״Laienvolk" zu spenden für gut befindet. Lasset die Lüge in ihrem Regimente so lange es dauert, aber wecket ihr in dem thorahkundigen Volke, in der thorabkundigen Gemeinde den einzigen Feind entgegen, der sie besiegen kann, der sie besiegen wird. Mit dem Tage, an welchem unsere Gemeinden der Thorahkenntniß den Rücken gekehrt, begann unsere Krankheit. Mit dem Tage, an welchem die Thorabkenntniß wieder im Schooße der Ge- . meinten Raum gewinnen wird, begi n n t die Genesung. Das wieder der Thorah kundig gewordene Volk wird wieder zum Bewußtsein seiner ewig unwandelbaren großen Pflicht und seines ewig unveräußerlichen Rechts ersteben, wird die Thorah wieder als seine ihm angetraute ewige ״Braut," als sein ihm gehöriges ewiges ״Erbe" beherzigen, und sich sein Heiligthum nicht mehr schmähen und entwürdigen, sich sein Erbe nicht mehr schmälern und entreißen lassen; es wird wieder einen Maßstab haben für das, was wahr i\t und w^s Lüge, was erlaubt ist und was Sünde, was rein ist und unrein, was Verrath ist und was Treue, wird׳ wieder einen Maßstab haben, daran die Berechtigung und den Werth der Handlungen und Worte seiner Vorstände und Rabbinen zu messen und vor dem wiedererwachten Thorabewußtsein im Volke werden

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