Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Deutschland : Berlin [Nachricht]
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 293 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zweites SeMatt M», /ebruarhest. Aiisgegcbm den 15. Februar 1855. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 fr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen. Deutschland. Berlin, 10. Februar. Hiesigen Blättern zufolge, ist der Banquier A. H Heymann, welcher früher in der hiesigen jüdischen Gemeinde 16 Jahre laug das Alilt eines Getneindevorstehers bekleidete, aus der Nepräsentantenversammlung ausgeschieden. Er gehörte der entschieden jüdisch-conservativen Richtung an und hat seinen Austritt im Wesentlichen dadurch motidirt, daß er die Aufrcchthaltung und Befestigung der conservativen Interessen, welche er als die alleinige Aufgabe der Bertretung einer jüdischen Gemeinde erachte, nach seiner Ueberzeugung von der Majorität der Nepräsentantenversammlung nicht gewahrt finde. (Nat. Z.) Berlin, 11. Febr. Gestern kam in der zweiten Kammer die Petition des jüdischen Rittergutsbesitzers Julius Friedländer aus Schlesien zur Ver- Handlung. Dieslebe geht dahin, den Minister des Innern zu veranlassen, daß derselbe ihm seine verfassungsmäßigen Rechte gewähren und ihm die persönliche Ausübung seines Stimmrechts auf den Kreistagen gestatte. Die Commission beantragt Ileberweisung der Petition an die Staatsregierung zur Abhilfe. Vom Abgeordneten Wagener (Neu-Stettin) ist Uebergaug zur Tagesvrdnung beantragt. Nach einer lebhaften Debatte, in der namentlich die Abgeordneten Wentzel (der die Petition auch überreich: hatte), Reich enSp erg er (Geldern) und v. Bardel eben für, und v. Gerl ach und Wagener gegen den Antrag der Commission gesprochen, Referent Mathis in sehr warmer Weise die Petition empfohlen, wurde dieselbe in namentlicher Abstimmung mit 180 gegen 105 Stimmen den: Ministerium zur Abhilfe überwiesen. Aus Schlesien, 4. Februar. Mit besonderer Genugthuung ist der jüngst zu Breslau abgehaltenen Gedächtnißfeier für den verstorbenen Commerzienrath Fränckel zu gedenken. Da die von dem Dahingeschiedenen begründeten wohlthätigen Institutionen von großer Erheblichkeit sind, so'erscheint es mir nicht uninteressant anzuführen, das aus dem Fränckel'schen Nachlaß bestimmt sind: Für Begründung von Familienstiftungen 360,000 Thlr., zu fünfjährlichen Geldvertheilungen an ״verschämte Arme" 22,000 Thlr., zur Deckung von Jahresbeiträgen für Breslauer nülde Stiftungen 7500 Thlr., zur Fundation eines Zu-