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Jeschurun · 1855-01-01 · Heft 4 (Januar 1855) · p. 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 4 (Januar 1855)
Article
Frankreich [Nachricht]
Date
1855-01-01
Page
235 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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235 gezwungen die Erlaubnis, die Tracht ihrer Heimgegangenen Vater und Mütter bcibehaltcn zu dürfen, mit schwerem Geldc zu erkaufen. Gleichwohl, bei all' diesem furchtbaren Drucke, ist in dieser Bevölkerung jener providentielle LebenSguell einer hcrvorlenchtenden Intelligenz, der Tugenden des Fanülicn- und Gemeiudelebenö, die zu jeder Zeit die Existenz Israels gewährleistet, nicht versiegt, — am hervorragendsten ist jedoch die lebendige, inn׳ge Anhänglichkeit an das Heiligthum imfcrcr Väter, die in direktem Verhältnisse mit den Hindernissen, die man ihr entgegensetzt, zunimmt und erstarkt. Alle Kinder erhallen von früher Jugend an eine ernst religiöse Erziehung; mit demselben Ernste werden sie, wie zu der Ausübung, so zu der Erkenntniß ihrer religiösen Pflichten angeleitet. Zu 13 Jahren erlernen die Kinder der Armen ein Handwerk, oder fangen an sich mit dem Geschäfte bekannt zu machen. Die Söhne der gleichen setzen das Studium der Religion, dcS Thalmud und der Eonnnentatorcn bis zu ihrer, immer früh eintretenden Verheiratung fort: die reichen Familien, welche Töchter zu verheirathen haben, betrachten es als Pflicht und wahrhaftes Glück, ihnen als Gatten junge unterrichtete Männer, und diesen die Mittel zu geben, sich fast ausschließlich dem Studium deö Gesetzes widmen zu können. Daher die große Anzahl der in der jüdischen Wissenschaft hochgelehrten Männer, die den religiösen Eifer imb daö religiöse Leben in solcher Stärke unter diesem Volke erhalten, daS auS der lebendigen Quelle seiner Religion die Kraft schöpft, alle Drangsale zu ertragen, das fürwahr nicht zaudern würde, diesen materiellen Druck, den ihm die seiner religiösen Treue entkeimende Befriedigung versüßt, einer freieren, leichten aber auch eine Schwächung deö religiösen Lebens herbeiführenden Epistenz vorznzieberi. — — — Hr. Marx wird eö zu ermöglichen versuchen, daß die Sieben, welche sich der ihren Kameraden gegebenen Nahrung enthalten, daS Aequivalent ihrer Nation in Geld bekommen, damit sie sich hierfür die armselige Nahrung Herstellen, die sie sieben Jahre erhalten hat. — Vor seinem Abschiede theilte er ihnen mit, daö Cousistorium habe Mittel zu seiner Disposition gestellt, einem Jeden von ihnen ein Zeichen seiner Thcitnahme zu geben. Unter herzlichem Danke für seinen Besuch und für die Theilnahme des Eonsistorinmö baten sie ihn, die für sie bestimmte Summe ihrem Rabbiner zu geben, zu dem sie daö volle Zutrauen hätten, daß er cS für die Bedürfnisse eines Jeden verwenden würde, worauf Hr. M. diesem 250 FrcS. cinhändigte. — WaS von den, vom Eonsistorium für die gefangenen russischen Juden bestiunnten 500 FrcS. noch übrig ist, wird ihnen im Laufe dcS Winters zugeschickt werden, um jenen Sieben etwas Fleisch zu verschaffen; außerdem erhalten sie eine Anzahl von Gebetbüchern, Tcphillin und Zi;׳th, um die sie Hrn. Marp ersucht haben. In den ungefähr 6000 Mann zählenden drei Zuaven-Rcgirnentcrn dienen über 200 elsässtsche Juden. Ueberbaupt gibt eS im Elsaß keine

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