Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Aus der Mappe eines wandernden Juden
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 133 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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Aus der Mappe eines wandernden Juden. 1. Wie komucn Sie glauben, lieber N., Ihr Brief würde mich noch in meinen vier Pfählen finden; ״der Winter ist vorüber, die Blüthen zeigen sich, die Saugcszeit ist da", und Ihren . . . duldete es zu Hause? Nein, mein Lieber. Schon als Knabe beneidete ich die Ahnen, wenn mir der Vater sic am Scdcrabcnd die Sandalen an den Füßen, die Lenden gegürtet, die Wanderstäbe in den Händen, die Brodbündcl auf der Schulter verführte, und das süßeste Charvficth hätte ich für einen Trunk Bitterwasser hingegcben, hätte ich 40 Zahrc so mit ihnen im Freien, in der frischen Luft der Wüste wandern können! Und noch jetzt, wie der Pcßach nahet, ist bereits mein Ränzchen geschnürt, und selten spreche ich den Segen über den ersten blühenden Baum in der Hcimath. Glaube ich doch steif und fest, ihr Stubenhocker alle werdet noch einst dort oben für euer Hocken in der Stube zu büßen haben, und wenn Zhr zum Anschauen der Herrlichkeiten des Himmels Einlaß begehret, wird man Euch fragen: habt ihr die Gottesherrlichkcitcn auf Erden geschaut? Beschämt werdet ihr dann stammeln: das haben wir versäumt! Was waren unsere alten Rabbincn für andere Männer! Wie haben sie in Gottes herrlicher Natur geathmet und gefühlt, gedacht und gelehrt! Wie haben sie unseren Sinn für alles Erhabene und Schone in der Schöpfung wecken wollen! Wie wollten sie auö Morgenstrahl und Abeudrothe, aus Tageslicht und Schattennacht, aus Sternenschimmer und Blüthenschmelz, auü Meeresrauschen und Donnerrollen und Blitzcsflug, uns den Kranz der Verherrlichung