Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Italien : Sinigaglia [Nachricht]
- Date
- 1854-11-01
- Page
- 119 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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119 Itali e n Stntgaglia. (Kirchenstaat.) Am 18. Oetbr. d. I. starb hier in einer geachteten jüdischen Familie ein 3jähriger Knabe. Unmittelbar nach dem Tode erschien ein Bote des Bischofs und verlangte von den trostlosen Eltern die Auslieferung der Leiche ihres Kindes: ihr (katholisches) Mädchen erkläre, das Kind wenige Tage zuvor, während sie ihm ein Glas Orgeat zu reichen hatte/ getauft zu haben. Alle Vorstellungen, alle Thränen der vernichteten Familie'waren vergebens; mit bin schrecklichsten Strafen bedroht, sah sie sich gezwungen, die Leiche ihres unschuldigen Kindes ausznliefern, welche von den Priestern auf dem Markte, unter Zusammenströmen der ganzen Bevölkernng, die diesem Triumphe der Kirche beiwohnen wollte, in Empfang genommen wurde. Sie wurde darauf in den Gewölben der Kathedrale beigesetzt. — Also kann ein nichtswürdiges, vielleicht sittlich' verderbtes Dienstmädchen Sakramente handhaben und jüdisehe, Kinder stehlen, um sie dem Bischof zu überliefern t Und dies konnte sich ereignen in dem Kirchenstaate, unter der Herrschaft einer Religion, die sich eine Religion, der Liebe, der Menschlichtest nennt, unter der Herrschaft eines Fürsten dessen Thron von einer französischen Armee erhalten und geschützt wird! (Univ. Jsr.) Aus der K r i m. ' •! •׳ ־ ׳,, '''Den ״ ׳Arch. Zsr." entnehmen wir folgende Bemerkungen aus dem Briefe'eines jüdische!: Militärarztes auf der Pontüsfiotte, datirt 18. Septbr. vor Eupatoria: ״In Korloff-Eupatoria fand ich eine ziemlich׳ zahlreiche jüdische Gemeinde. Ihre Synagoge, um die viele unserer französischen Brüder sie beneiden würden, nimmt unter den öffentlichen Gebäuden die erste Stelle ein. ״D:e Männer beschäftigen sich,, fast durchweg mit Handel. Doch gibt es auw eine kleine Anzahl jüdischer Handwerker und Bauern. "׳.״.׳ r-jjDen Russen sind sie von Herzen gram, sie. empfingen uns -Mls tkhre Befreier.! ״Gebt uns Waffen!" —- riefen sie — ״wir wollen Euch zeigen, daß die Abkömmlinge der Makkabäer nicht aus 2dtrs.Avt3geschlagen, daß sie das Schwert ihrer Väter ׳noch zu führen c.".׳Wir wollen Euch helfe!:, die Russen auf ewig aus unsttm :Lande ׳zu vertreiben■־׳ , . In׳ ׳einemandern Briefe vom 6. Oetbr. sagt unser ju!:ger Arzt über Korloff: Man unterscheidet in dieser Stadt unter den Inden 2 Sekten. Die Einen, welche ein Gemisch von Deutschen und Polen zu sein