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Jeschurun · 1854-11-01 · Heft 2 (November 1854) · p. 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 2 (November 1854)
Article
Die Beni Israel in Bombay
Date
1854-11-01
Page
112 (sequence 2)
Language
German
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112 vcnt) die „Beni Israel", bei weitem die Mehrzahl, nach threu eigenen Berichten schon vor 1600 Jahren in Navaganm länderen. Woher aber kamen sie? „Aus einem nördlichen Lande", so sagen sie selbst, und Dr. Willen in Bombay, der sich mit ihnen besonders beschäftigt dar, neigt ziemlich entschieden zu der Meinung: sie seien Ueberbieibsel jener Israeliten, die von den assyrischen Königen in die Gefangenschaft geschleppt wurden. Auffallend in der That ist eö, daß sie erst von dm Juden aus Arabien und Cochin in den heiligsten Bräuchen ihrep Religion wieder unterrichtet werden mußten, daß sie die Bezeichnung „Jude" von sich wiesen, und daß die jüdischen Liebtingönamen „Juda" und „Esther" bei ihnen gar nicht Vorkommen. Da ste sich im Laufe der Zeit von heidnischem Beisatz, namentlich von dem Dienste der „bösen Götter" so wie von den bösen Künsten der Wahrsagerei und Zauberei nicht frei erhalten haben, so werden sie von den persischen und arabischen Juden, die des Handels wegen hierher kommen, und zum Theii in langen, prachtvollen Gewändern umherstolzlren, in der Regel tief verachtet. Sie sind meist Oelmacher, Zimmerleute, Maurer, zum Theii auch Krämer, Schneider, Eisen- :<nd Goldschmiede. Nicht wenige gehen sogar zur Armee, und fast alle verlassen den Dienst nicht eher, als bis sie sich Titel und Mittel erworben haben. Der Wohlhabenden gibt eS unter den Beni Israel nicht vrelß!, doch soll ihr Häuptling immerhin über 200,000 Rupien zu gebieten haben. Ihr Hauptwohnort auf der Insel (Bombay) ist nicht weil von Mazagaum, einem Theiie des Ortes Barcota (Außenstadr). Sie besitzen zwei regelmäßige Synagogen zu Bombay und eine dritte zu Revadunda. (Mag. f. d. Lit. d. Ausl.) *) Reist nach Ostindien über Palästina und Aegypten von Juli 181V bis April 1853, von K. Graul. 3 Baude. Leipzig 1854.

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